Berlin

Wieder mehr Nachwuchs: Geburtenrate steigt auf 1,5 Kinder pro Frau

Berlin.  Wunsch nach Kindern wird wieder populärer. Die Geburtenrate ist in Deutschland 2015 im Durchschnitt auf 1,5 Kinder je Frau gestiegen – nach 1,47 im Vorjahr, berichtet das Statistische Bundesamt. Es ist der höchste Wert seit 1982 – damals lag er bei 1,51 Kindern pro Frau. Für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ist der Trend zu mehr Geburten „die größte Motivation“, politisch noch mehr für Familien und Kinder zu erreichen: „Mütter und Väter brauchen unsere Unterstützung.“


Wie viele Kinder werden in Deutschland geboren?
Insgesamt erblickten 738.000 Kinder im vergangenen Jahr das Licht der Welt. Der Anstieg der Geburtenrate gelang vor allem durch Ausländerinnen, die in Deutschland leben und 148.000 Kinder bekamen. Ihre Geburtenrate erhöhte sich deutlich von 1,86 auf 1,95 Kinder. Die Zahl der Kinder von Deutschen stieg nur leicht von 1,42 auf 1,43. Ihr erstes Kind bekommen Frauen im Schnitt mit 29 Jahren, ein zweites oder drittes mit 32 oder 33 Jahren. Deutsche empfangen ihr Kind mit 31 Jahren – und damit ein Jahr später als Ausländerinnen. Die Geburtenrate kletterte in 13 Bundesländern. Nur in Berlin blieb sie konstant, in Brandenburg und Niedersachsen sank sie leicht. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Geburtenrate mit 1,56 Kindern je Frau etwas über jener im Westen mit 1,5 Kindern.

Wie hat sich die Geburtenrate in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt?
Die Geburtenrate in Deutschland erreichte in den 60er-Jahren ihren bisherigen Höhepunkt. Durchschnittlich gebar damals jede Frau 2,5 Kinder. 1964 war mit 1,36 Millionen Neugeborenen das Rekordjahr. Diesem Babyboom folgte ein deutlicher Rückgang. Eine Ursache liegt in der „Pille“, die als Verhütungsmittel 1961 auf den Markt gebracht wurde. Aber auch der steigende Wohlstand in der westdeutschen Bevölkerung, verbesserte Bildungschancen für Frauen und das sich verändernde Frauenbild ließen Kinderwünsche zunehmend in den Hintergrund treten.

Warum bekommen Ausländerinnen mehr Kinder?
Bevölkerungswissenschaftler führen die höhere Geburtenrate auf die Traditionen in den Heimatländern zurück. In vielen Ländern außerhalb Europas zählen Kinder zum festen Bestandteil der Lebensplanung. „Die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland hat zu dem Geburtenanstieg beigetragen“, sagt Stephan Sievert, Leiter für Migration und Arbeitsmarkt, vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, dieser Zeitung.

Hilft die Familienpolitik?
Die Familienpolitik hat zu dem Anstieg der Geburtenrate beigetragen, sagt Bevölkerungsexperte Sievert. „Wesentlich ist dafür vor allem der Kita-Ausbau, der eine notwendige Voraussetzung ist, um Arbeit und Kindererziehung zu vereinbaren, sowie das Elterngeld, das insbesondere für Berufstätige durch den Gehaltsersatz ein Anreiz ist.“ Die Familienpolitik allein werde aber nicht zu einem deutlichen Anstieg der Geburtenrate führen. Notwendig wäre eine neue Kultur, die eine Vereinbarung von Familien- und Erwerbsleben noch besser ermöglicht. „So müssten Elternpflichten noch gleichmäßiger auf Frauen und Männer verteilt werden, wie in Skandinavien.“

Welche finanziellen Anreize setzt der deutsche Staat?
Eltern erhalten zahlreiche staatliche Unterstützungen für die Erziehung ihrer Kinder. Insgesamt gab der Bund 2012 laut Familienministerium 129 Milliarden Euro dafür aus. So bekommen Eltern unter anderem Kindergeld sowie Freibeträge auf ihre Einkommen. Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, gering Verdienende erhalten Kinderzuschläge. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sowie die Einführung von Elternzeiten, die für Väter und Mütter gelten, werden von vielen in Anspruch genommen. „Mehr Kita-Plätze und mehr Ganztagsschulen führen zu mehr Kindern“, ist Familienministerin Schwesig überzeugt. „Deshalb setze ich mich für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung – auch für Schulkinder – ein.“ Es sei immer noch zu schwer für Mütter und Väter, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Gleicht die Geburtenrate die Sterberate aus?
In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als neue Bürger geboren werden. 2015 waren es 925.000. Damit die Geburtenzahl jene der Sterbenden ausgleichen kann, müsste die Geburtenrate der Frauen auf 1,6 bis 1,8 Kinder steigen, sagt Sievert vom Berlin-Institut. Dies sei aber nicht schnell realisierbar. Deutschland brauche deshalb Zuwanderer, um seine Bevölkerungsgröße stabil zu halten.

Kinderkriegen wird wieder populärer. Erstmals seit 33 Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland im vergangenen Jahr im Durchschnitt auf 1,5 Kinder je Frau gestiegen. Dies waren 27 Babys pro 1000 Frauen mehr als im Vorjahr, als die Rate noch bei 1,47 lag, berichtet das Statistische Bundesamt. Es ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD ) ist der Trend zu mehr Geburten „die größte Motivation“, noch mehr für Familien und Kinder in Deutschland zu erreichen: „Mütter und Väter brauchen unsere Unterstützung.“

Wie viele Kinder werden in Deutschland geboren?

Insgesamt erblickten 738.000 Kinder im vergangenen Jahr das Licht der Welt - davon stammten rund 590.000 Babys von einer Deutschen und 148.000 von einer Mutter mit ausländischem Pass. Der Anstieg der Geburtenrate gelang vor allem durch Ausländerinnen, die in Deutschland leben. Ihre Geburtenrate erhöhte sich deutlich von 1,86 auf 1,95 Kinder. Die Zahl der Kinder von Deutschen stieg wiederum nur leicht von 1,42 auf 1,43. Ihr erstes Kind bekommen Frauen im Schnitt mit 29 Jahren, ein zweites oder drittes mit 32 oder 33 Jahren. Deutsche empfangen ihr Kind durchschnittlich mit 31 Jahren - und damit ein Jahr später als Ausländerinnen. Die Geburtenrate kletterte in 13 Bundesländern. Nur in Berlin blieb sie konstant, in Brandenburg und Niedersachsen sank sie leicht. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Geburtenrate mit 1,56 Kindern je Frau etwas über jener im Westen mit 1,5 Kindern. Die meisten Nachwuchs bekommen Frauen in Sachsen mit 1,59 Kindern, im Saarland liegt die Geburtenrate mit 1,38 Kindern am niedrigsten.

Werden in Deutschland traditionell weniger Kinder geboren?

Die Geburtenrate in Deutschland erreichte in den 1960er Jahren ihren bisherigen Höhepunkt. Durchschnittlich gebar damals jede Frau 2,5 Kinder. 1964 war bis heute mit 1,36 Millionen Neugeborenen das absolute Rekordjahr. Diesem Babyboom folgte ein deutlicher Rückgang. Eine Ursache liegt in der „Pille“, die als Verhütungsmittel 1961 auf den Markt gebracht wurde. Aber auch der steigende Wohlstand in der westdeutschen Bevölkerung, verbesserte Bildungschancen für Frauen und das sich verändernde Frauenbild ließen Kinderwünsche zunehmend in den Hintergrund treten. Heute werden hierzulande nur noch rund halb so viele Kinder geboren wie in den 1960er Jahren.

Warum bekommen ausländische Frauen mehr Kinder?

Die Geburtenrate steigt vor allem bei Zuwanderern aus Syrien sowie osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, sagt Demografieexpertin Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt. Gleichzeitig sinke die Rate bei ausländischen Frauen, die schon länger in Deutschland leben - wie bei Türkinnen oder Russinnen. Bevölkerungswissenschaftler führen die höhere Geburtenzahl auch auf die Traditionen in den Heimatländern zurück. In vielen Ländern außerhalb Europas zählen Kinder zum festen Bestandteil der Lebensplanung. Viele Ausländerinnen behielten diesen Normen und Werte. „Die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland hat zu dem Geburtenanstieg beigetragen“, sagt Stephan Sievert, Leiter für Migration und Arbeitsmarkt, vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Wie entwickeln sich die Geburten im Vergleich zu anderen Staaten?

Die Geburtenrate ist in Europa sehr unterschiedlich verteilt. In Nord- und Westeuropa ist sie in der Regel höher als in Südeuropa. Die höchsten Geburtenraten weist nach aktuelle Zahlen Frankreich (2,01) aus. Hohe Werte erreichen auch Schweden (1,88), Großbritannien (1,81) und Norwegen (1,75). Niedrig sind die Geburtenraten in Italien (1,37), Griechenland (1,30), Spanien (1,32) und Portugal (1,23). Die durchschnittliche Geburtenrate lag in den 28 Europäischen Länder im Jahr 2014 bei 1,58, im Euroraum bei 1,56 Kindern pro Frau.

Inwieweit trägt die Familienpolitik zum Geburtenanstieg bei?

Die Familienpolitik hat zu dem Anstieg der Geburtenrate beigetragen, ist der Sievert überzeugt. „Wesentlich ist dafür vor allem der Kita-Ausbau, der eine notwendige Voraussetzung ist, um Arbeit und Kindererziehung zu vereinbaren, sowie das Elterngeld, das insbesondere für Berufstätige durch den Gehaltsersatz ein Anreiz ist.“ Die Familienpolitik allein werde jedoch nicht zu einem deutlichen Anstieg der Geburtenrate führen. Notwendig wäre eine neue Kultur, die eine Vereinbarung von Familien- und Erwerbsleben noch besser ermöglicht. „So müssten Elternpflichten noch gleichmäßiger auf Frauen und Männer verteilt werden, wie dies in Skandinavien der Fall ist.“

Welche finanzielle Anreize für Familien setzt der deutsche Staat?

Familien und Eltern erhalten zahlreiche staatliche Unterstützungen und Steuererleichterungen für die Erziehung ihrer Kinder. Insgesamt gab der Bund 2012 laut Familienministerium 129 Milliarden Euro dafür aus. So erhalten Eltern unter anderem Kindergeld und Freibeträge auf ihre Einkommen. Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, gering Verdienende erhalten Kinderzuschläge oder auch Mutterschaftsgeld. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sowie die Einführung von Elternzeiten, die für Väter und Mütter gelten, werden von vielen in Anspruch genommen. „Mehr Kitaplätze und mehr Ganztagsschulen führen zu mehr Kindern“, ist Familienministerin Schwesig überzeugt. „Deshalb setze ich mich für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung - auch für Schulkinder - ein. Denn in Deutschland ist es immer noch zu schwer für Mütter und Väter, Beruf und Familie zu vereinbaren.“

Gleicht die Geburtenrate die Sterberate aus?

In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als neue Erdenbürger geboren werden. 2015 waren es 925.000. Damit die Geburtenzahl jene der Sterbenden ausgleichen kann, müsste die Geburtenrate der Frauen auf 1,6 bis 1,8 Kinder steigen, sagt Sievert vom Berlin-Institut. Dies ist jedoch nicht schnell realisierbar. Deutschland brauche deshalb auf lange Sicht Zuwanderer, um die Bevölkerungsgröße stabil zu halten.

Kinderkriegen wird wieder populärer. Erstmals seit 33 Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland im vergangenen Jahr im Durchschnitt auf 1,5 Kinder je Frau gestiegen. Dies waren 27 Babys pro 1000 Frauen mehr als im Vorjahr, als die Rate noch bei 1,47 lag, berichtet das Statistische Bundesamt. Es ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD ) ist der Trend zu mehr Geburten „die größte Motivation“, noch mehr für Familien und Kinder in Deutschland zu erreichen: „Mütter und Väter brauchen unsere Unterstützung.“

Wieviele Kinder werden in Deutschland geboren?

Insgesamt erblickten 738.000 Kinder im vergangenen Jahr das Licht der Welt - davon stammten rund 590.000 Babys von einer Deutschen und 148.000 von einer Mutter mit ausländischem Pass. Der Anstieg der Geburtenrate gelang vor allem durch Ausländerinnen, die in Deutschland leben. Ihre Geburtenrate erhöhte sich deutlich von 1,86 auf 1,95 Kinder. Die Zahl der Kinder von Deutschen stieg wiederum nur leicht von 1,42 auf 1,43. Ihr erstes Kind bekommen Frauen im Schnitt mit 29 Jahren, ein zweites oder drittes mit 32 oder 33 Jahren. Deutsche empfangen ihr Kind durchschnittlich mit 31 Jahren - und damit ein Jahr später als Ausländerinnen. Die Geburtenrate kletterte in 13 Bundesländern. Nur in Berlin blieb sie konstant, in Brandenburg und Niedersachsen sank sie leicht. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Geburtenrate mit 1,56 Kindern je Frau etwas über jener im Westen mit 1,5 Kindern. Die meisten Nachwuchs bekommen Frauen in Sachsen mit 1,59 Kindern, im Saarland liegt die Geburtenrate mit 1,38 Kindern am niedrigsten.

Werden in Deutschland traditionell weniger Kinder geboren?

Die Geburtenrate in Deutschland erreichte in den 1960er Jahren ihren bisherigen Höhepunkt. Durchschnittlich gebar damals jede Frau 2,5 Kinder. 1964 war bis heute mit 1,36 Millionen Neugeborenen das absolute Rekordjahr. Diesem Babyboom folgte ein deutlicher Rückgang. Eine Ursache liegt in der „Pille“, die als Verhütungsmittel 1961 auf den Markt gebracht wurde. Aber auch der steigende Wohlstand in der westdeutschen Bevölkerung, verbesserte Bildungschancen für Frauen und das sich verändernde Frauenbild ließen Kinderwünsche zunehmend in den Hintergrund treten. Heute werden hierzulande nur noch rund halb so viele Kinder geboren wie in den 1960er Jahren.

Warum bekommen ausländische Frauen mehr Kinder?

Die Geburtenrate steigt vor allem bei Zuwanderern aus Syrien sowie osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, sagt Demografieexpertin Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt. Gleichzeitig sinke die Rate bei ausländischen Frauen, die schon länger in Deutschland leben - wie bei Türkinnen oder Russinnen. Bevölkerungswissenschaftler führen die höhere Geburtenzahl auch auf die Traditionen in den Heimatländern zurück. In vielen Ländern außerhalb Europas zählen Kinder zum festen Bestandteil der Lebensplanung. Viele Ausländerinnen behielten diesen Normen und Werte. „Die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland hat zu dem Geburtenanstieg beigetragen“, sagt Stephan Sievert, Leiter für Migration und Arbeitsmarkt, vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Wie entwickeln sich die Geburten im Vergleich zu anderen Staaten?

Die Geburtenrate ist in Europa sehr unterschiedlich verteilt. In Nord- und Westeuropa ist sie in der Regel höher als in Südeuropa. Die höchsten Geburtenraten weist nach aktuelle Zahlen Frankreich (2,01) aus. Hohe Werte erreichen auch Schweden (1,88), Großbritannien (1,81) und Norwegen (1,75). Niedrig sind die Geburtenraten in Italien (1,37), Griechenland (1,30), Spanien (1,32) und Portugal (1,23). Die durchschnittliche Geburtenrate lag in den 28 Europäischen Länder im Jahr 2014 bei 1,58, im Euroraum bei 1,56 Kindern pro Frau.

Inwieweit trägt die Familienpolitik zum Geburtenanstieg bei?

Die Familienpolitik hat zu dem Anstieg der Geburtenrate beigetragen, ist der Sievert überzeugt. „Wesentlich ist dafür vor allem der Kita-Ausbau, der eine notwendige Voraussetzung ist, um Arbeit und Kindererziehung zu vereinbaren, sowie das Elterngeld, das insbesondere für Berufstätige durch den Gehaltsersatz ein Anreiz ist.“ Die Familienpolitik allein werde jedoch nicht zu einem deutlichen Anstieg der Geburtenrate führen. Notwendig wäre eine neue Kultur, die eine Vereinbarung von Familien- und Erwerbsleben noch besser ermöglicht. „So müssten Elternpflichten noch gleichmäßiger auf Frauen und Männer verteilt werden, wie dies in Skandinavien der Fall ist.“

Welche finanzielle Anreize für Familien setzt der deutsche Staat?

Familien und Eltern erhalten zahlreiche staatliche Unterstützungen und Steuererleichterungen für die Erziehung ihrer Kinder. Insgesamt gab der Bund 2012 laut Familienministerium 129 Milliarden Euro dafür aus. So erhalten Eltern unter anderem Kindergeld und Freibeträge auf ihre Einkommen. Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, gering Verdienende erhalten Kinderzuschläge oder auch Mutterschaftsgeld. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sowie die Einführung von Elternzeiten, die für Väter und Mütter gelten, werden von vielen in Anspruch genommen. „Mehr Kitaplätze und mehr Ganztagsschulen führen zu mehr Kindern“, ist Familienministerin Schwesig überzeugt. „Deshalb setze ich mich für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung - auch für Schulkinder - ein. Denn in Deutschland ist es immer noch zu schwer für Mütter und Väter, Beruf und Familie zu vereinbaren.“

Gleicht die Geburtenrate die Sterberate aus?

In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als neue Erdenbürger geboren werden. 2015 waren es 925.000. Damit die Geburtenzahl jene der Sterbenden ausgleichen kann, müsste die Geburtenrate der Frauen auf 1,6 bis 1,8 Kinder steigen, sagt Sievert vom Berlin-Institut. Dies ist jedoch nicht schnell realisierbar. Deutschland brauche deshalb auf lange Sicht Zuwanderer, um die Bevölkerungsgröße stabil zu halten.

Kinderkriegen wird wieder populärer. Erstmals seit 33 Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland im vergangenen Jahr im Durchschnitt auf 1,5 Kinder je Frau gestiegen. Dies waren 27 Babys pro 1000 Frauen mehr als im Vorjahr, als die Rate noch bei 1,47 lag, berichtet das Statistische Bundesamt. Es ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD ) ist der Trend zu mehr Geburten „die größte Motivation“, noch mehr für Familien und Kinder in Deutschland zu erreichen: „Mütter und Väter brauchen unsere Unterstützung.“

Wieviele Kinder werden in Deutschland geboren?

Insgesamt erblickten 738.000 Kinder im vergangenen Jahr das Licht der Welt - davon stammten rund 590.000 Babys von einer Deutschen und 148.000 von einer Mutter mit ausländischem Pass. Der Anstieg der Geburtenrate gelang vor allem durch Ausländerinnen, die in Deutschland leben. Ihre Geburtenrate erhöhte sich deutlich von 1,86 auf 1,95 Kinder. Die Zahl der Kinder von Deutschen stieg wiederum nur leicht von 1,42 auf 1,43. Ihr erstes Kind bekommen Frauen im Schnitt mit 29 Jahren, ein zweites oder drittes mit 32 oder 33 Jahren. Deutsche empfangen ihr Kind durchschnittlich mit 31 Jahren - und damit ein Jahr später als Ausländerinnen. Die Geburtenrate kletterte in 13 Bundesländern. Nur in Berlin blieb sie konstant, in Brandenburg und Niedersachsen sank sie leicht. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Geburtenrate mit 1,56 Kindern je Frau etwas über jener im Westen mit 1,5 Kindern. Die meisten Nachwuchs bekommen Frauen in Sachsen mit 1,59 Kindern, im Saarland liegt die Geburtenrate mit 1,38 Kindern am niedrigsten.

Werden in Deutschland traditionell weniger Kinder geboren?

Die Geburtenrate in Deutschland erreichte in den 1960er Jahren ihren bisherigen Höhepunkt. Durchschnittlich gebar damals jede Frau 2,5 Kinder. 1964 war bis heute mit 1,36 Millionen Neugeborenen das absolute Rekordjahr. Diesem Babyboom folgte ein deutlicher Rückgang. Eine Ursache liegt in der „Pille“, die als Verhütungsmittel 1961 auf den Markt gebracht wurde. Aber auch der steigende Wohlstand in der westdeutschen Bevölkerung, verbesserte Bildungschancen für Frauen und das sich verändernde Frauenbild ließen Kinderwünsche zunehmend in den Hintergrund treten. Heute werden hierzulande nur noch rund halb so viele Kinder geboren wie in den 1960er Jahren.

Warum bekommen ausländische Frauen mehr Kinder?

Die Geburtenrate steigt vor allem bei Zuwanderern aus Syrien sowie osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, sagt Demografieexpertin Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt. Gleichzeitig sinke die Rate bei ausländischen Frauen, die schon länger in Deutschland leben - wie bei Türkinnen oder Russinnen. Bevölkerungswissenschaftler führen die höhere Geburtenzahl auch auf die Traditionen in den Heimatländern zurück. In vielen Ländern außerhalb Europas zählen Kinder zum festen Bestandteil der Lebensplanung. Viele Ausländerinnen behielten diesen Normen und Werte. „Die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland hat zu dem Geburtenanstieg beigetragen“, sagt Stephan Sievert, Leiter für Migration und Arbeitsmarkt, vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Wie entwickeln sich die Geburten im Vergleich zu anderen Staaten?

Die Geburtenrate ist in Europa sehr unterschiedlich verteilt. In Nord- und Westeuropa ist sie in der Regel höher als in Südeuropa. Die höchsten Geburtenraten weist nach aktuelle Zahlen Frankreich (2,01) aus. Hohe Werte erreichen auch Schweden (1,88), Großbritannien (1,81) und Norwegen (1,75). Niedrig sind die Geburtenraten in Italien (1,37), Griechenland (1,30), Spanien (1,32) und Portugal (1,23). Die durchschnittliche Geburtenrate lag in den 28 Europäischen Länder im Jahr 2014 bei 1,58, im Euroraum bei 1,56 Kindern pro Frau.

Inwieweit trägt die Familienpolitik zum Geburtenanstieg bei?

Die Familienpolitik hat zu dem Anstieg der Geburtenrate beigetragen, ist der Sievert überzeugt. „Wesentlich ist dafür vor allem der Kita-Ausbau, der eine notwendige Voraussetzung ist, um Arbeit und Kindererziehung zu vereinbaren, sowie das Elterngeld, das insbesondere für Berufstätige durch den Gehaltsersatz ein Anreiz ist.“ Die Familienpolitik allein werde jedoch nicht zu einem deutlichen Anstieg der Geburtenrate führen. Notwendig wäre eine neue Kultur, die eine Vereinbarung von Familien- und Erwerbsleben noch besser ermöglicht. „So müssten Elternpflichten noch gleichmäßiger auf Frauen und Männer verteilt werden, wie dies in Skandinavien der Fall ist.“

Welche finanzielle Anreize für Familien setzt der deutsche Staat?

Familien und Eltern erhalten zahlreiche staatliche Unterstützungen und Steuererleichterungen für die Erziehung ihrer Kinder. Insgesamt gab der Bund 2012 laut Familienministerium 129 Milliarden Euro dafür aus. So erhalten Eltern unter anderem Kindergeld und Freibeträge auf ihre Einkommen. Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, gering Verdienende erhalten Kinderzuschläge oder auch Mutterschaftsgeld. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sowie die Einführung von Elternzeiten, die für Väter und Mütter gelten, werden von vielen in Anspruch genommen. „Mehr Kitaplätze und mehr Ganztagsschulen führen zu mehr Kindern“, ist Familienministerin Schwesig überzeugt. „Deshalb setze ich mich für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung - auch für Schulkinder - ein. Denn in Deutschland ist es immer noch zu schwer für Mütter und Väter, Beruf und Familie zu vereinbaren.“

Gleicht die Geburtenrate die Sterberate aus?

In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als neue Erdenbürger geboren werden. 2015 waren es 925.000. Damit die Geburtenzahl jene der Sterbenden ausgleichen kann, müsste die Geburtenrate der Frauen auf 1,6 bis 1,8 Kinder steigen, sagt Sievert vom Berlin-Institut. Dies ist jedoch nicht schnell realisierbar. Deutschland brauche deshalb auf lange Sicht Zuwanderer, um die Bevölkerungsgröße stabil zu halten.

Kinderkriegen wird wieder populärer. Erstmals seit 33 Jahren ist die Geburtenrate in Deutschland im vergangenen Jahr im Durchschnitt auf 1,5 Kinder je Frau gestiegen. Dies waren 27 Babys pro 1000 Frauen mehr als im Vorjahr, als die Rate noch bei 1,47 lag, berichtet das Statistische Bundesamt. Es ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD ) ist der Trend zu mehr Geburten „die größte Motivation“, noch mehr für Familien und Kinder in Deutschland zu erreichen: „Mütter und Väter brauchen unsere Unterstützung.“

Wieviele Kinder werden in Deutschland geboren?

Insgesamt erblickten 738.000 Kinder im vergangenen Jahr das Licht der Welt - davon stammten rund 590.000 Babys von einer Deutschen und 148.000 von einer Mutter mit ausländischem Pass. Der Anstieg der Geburtenrate gelang vor allem durch Ausländerinnen, die in Deutschland leben. Ihre Geburtenrate erhöhte sich deutlich von 1,86 auf 1,95 Kinder. Die Zahl der Kinder von Deutschen stieg wiederum nur leicht von 1,42 auf 1,43. Ihr erstes Kind bekommen Frauen im Schnitt mit 29 Jahren, ein zweites oder drittes mit 32 oder 33 Jahren. Deutsche empfangen ihr Kind durchschnittlich mit 31 Jahren - und damit ein Jahr später als Ausländerinnen. Die Geburtenrate kletterte in 13 Bundesländern. Nur in Berlin blieb sie konstant, in Brandenburg und Niedersachsen sank sie leicht. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Geburtenrate mit 1,56 Kindern je Frau etwas über jener im Westen mit 1,5 Kindern. Die meisten Nachwuchs bekommen Frauen in Sachsen mit 1,59 Kindern, im Saarland liegt die Geburtenrate mit 1,38 Kindern am niedrigsten.

Werden in Deutschland traditionell weniger Kinder geboren?

Die Geburtenrate in Deutschland erreichte in den 1960er Jahren ihren bisherigen Höhepunkt. Durchschnittlich gebar damals jede Frau 2,5 Kinder. 1964 war bis heute mit 1,36 Millionen Neugeborenen das absolute Rekordjahr. Diesem Babyboom folgte ein deutlicher Rückgang. Eine Ursache liegt in der „Pille“, die als Verhütungsmittel 1961 auf den Markt gebracht wurde. Aber auch der steigende Wohlstand in der westdeutschen Bevölkerung, verbesserte Bildungschancen für Frauen und das sich verändernde Frauenbild ließen Kinderwünsche zunehmend in den Hintergrund treten. Heute werden hierzulande nur noch rund halb so viele Kinder geboren wie in den 1960er Jahren.

Warum bekommen ausländische Frauen mehr Kinder?

Die Geburtenrate steigt vor allem bei Zuwanderern aus Syrien sowie osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, sagt Demografieexpertin Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt. Gleichzeitig sinke die Rate bei ausländischen Frauen, die schon länger in Deutschland leben - wie bei Türkinnen oder Russinnen. Bevölkerungswissenschaftler führen die höhere Geburtenzahl auch auf die Traditionen in den Heimatländern zurück. In vielen Ländern außerhalb Europas zählen Kinder zum festen Bestandteil der Lebensplanung. Viele Ausländerinnen behielten diesen Normen und Werte. „Die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland hat zu dem Geburtenanstieg beigetragen“, sagt Stephan Sievert, Leiter für Migration und Arbeitsmarkt, vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Wie entwickeln sich die Geburten im Vergleich zu anderen Staaten?

Die Geburtenrate ist in Europa sehr unterschiedlich verteilt. In Nord- und Westeuropa ist sie in der Regel höher als in Südeuropa. Die höchsten Geburtenraten weist nach aktuelle Zahlen Frankreich (2,01) aus. Hohe Werte erreichen auch Schweden (1,88), Großbritannien (1,81) und Norwegen (1,75). Niedrig sind die Geburtenraten in Italien (1,37), Griechenland (1,30), Spanien (1,32) und Portugal (1,23). Die durchschnittliche Geburtenrate lag in den 28 Europäischen Länder im Jahr 2014 bei 1,58, im Euroraum bei 1,56 Kindern pro Frau.

Inwieweit trägt die Familienpolitik zum Geburtenanstieg bei?

Die Familienpolitik hat zu dem Anstieg der Geburtenrate beigetragen, ist der Sievert überzeugt. „Wesentlich ist dafür vor allem der Kita-Ausbau, der eine notwendige Voraussetzung ist, um Arbeit und Kindererziehung zu vereinbaren, sowie das Elterngeld, das insbesondere für Berufstätige durch den Gehaltsersatz ein Anreiz ist.“ Die Familienpolitik allein werde jedoch nicht zu einem deutlichen Anstieg der Geburtenrate führen. Notwendig wäre eine neue Kultur, die eine Vereinbarung von Familien- und Erwerbsleben noch besser ermöglicht. „So müssten Elternpflichten noch gleichmäßiger auf Frauen und Männer verteilt werden, wie dies in Skandinavien der Fall ist.“

Welche finanzielle Anreize für Familien setzt der deutsche Staat?

Familien und Eltern erhalten zahlreiche staatliche Unterstützungen und Steuererleichterungen für die Erziehung ihrer Kinder. Insgesamt gab der Bund 2012 laut Familienministerium 129 Milliarden Euro dafür aus. So erhalten Eltern unter anderem Kindergeld und Freibeträge auf ihre Einkommen. Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, gering Verdienende erhalten Kinderzuschläge oder auch Mutterschaftsgeld. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sowie die Einführung von Elternzeiten, die für Väter und Mütter gelten, werden von vielen in Anspruch genommen. „Mehr Kitaplätze und mehr Ganztagsschulen führen zu mehr Kindern“, ist Familienministerin Schwesig überzeugt. „Deshalb setze ich mich für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung - auch für Schulkinder - ein. Denn in Deutschland ist es immer noch zu schwer für Mütter und Väter, Beruf und Familie zu vereinbaren.“

Gleicht die Geburtenrate die Sterberate aus?

In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als neue Erdenbürger geboren werden. 2015 waren es 925.000. Damit die Geburtenzahl jene der Sterbenden ausgleichen kann, müsste die Geburtenrate der Frauen auf 1,6 bis 1,8 Kinder steigen, sagt Sievert vom Berlin-Institut. Dies ist jedoch nicht schnell realisierbar. Deutschland brauche deshalb auf lange Sicht Zuwanderer, um die Bevölkerungsgröße stabil zu halten.

Der Wunsch nach Kindern wird wieder populärer. Die Geburtenrate ist in Deutschland 2015 im Durchschnitt auf 1,5 Kinder je Frau gestiegen – nach 1,47 im Vorjahr, berichtet das Statistische Bundesamt. Es ist der höchste Wert seit 1982 – damals lag er bei 1,51 Kindern pro Frau. Für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ist der Trend zu mehr Geburten „die größte Motivation“, politisch noch mehr für Familien und Kinder zu erreichen: „Mütter und Väter brauchen unsere Unterstützung.“


Wie viele Kinder werden in Deutschland geboren?
Insgesamt erblickten 738.000 Kinder 2015 das Licht der Welt. Der Anstieg der Geburtenrate gelang vor allem durch Ausländerinnen, die in Deutschland leben und 148.000 Kinder bekamen. Ihre Geburtenrate erhöhte sich von 1,86 auf 1,95 Kinder. Die Zahl der Kinder von Deutschen stieg nur leicht von 1,42 auf 1,43. Ihr erstes Kind bekommen Frauen im Schnitt mit 29, ein zweites oder drittes mit 32 oder 33 Jahren. Deutsche Frauen waren bei der Geburt ihres Kindes durchschnittlich ein Jahr älter als ausländische. Die Geburtenrate kletterte in 13 Bundesländern. Nur in Berlin blieb sie konstant, in Brandenburg und Niedersachsen sank sie leicht. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Geburtenrate mit 1,56 Kindern je Frau etwas über jener im Westen mit 1,5 Kindern.

Wie hat sich die Geburtenrate in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt?
Die Geburtenrate in Deutschland erreichte in den 60er-Jahren ihren bisherigen Höhepunkt. Durchschnittlich gebar damals jede Frau 2,5 Kinder. 1964 war mit 1,36 Millionen Neugeborenen das Rekordjahr. Diesem Babyboom folgte ein deutlicher Rückgang. Eine Ursache liegt in der „Pille“, die als Verhütungsmittel 1961 auf den Markt gebracht wurde. Aber auch der steigende Wohlstand in der westdeutschen Bevölkerung, verbesserte Bildungschancen für Frauen und das sich verändernde Frauenbild ließen Kinderwünsche zunehmend in den Hintergrund treten.

Warum bekommen Ausländerinnen mehr Kinder?
Die Geburtenrate steigt vor allem bei Zuwanderern aus Syrien und osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, sagt Demografie-Expertin Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt. Gleichzeitig sinke aber die Rate bei ausländischen Frauen, die schon länger in Deutschland lebten – wie bei Türkinnen oder Russinnen. Bevölkerungswissenschaftler führen die höhere Geburtenrate auf die Traditionen in den Heimatländern zurück. In vielen Ländern außerhalb Europas zählen Kinder zum festen Bestandteil der Lebensplanung. „Die verstärkte Zuwanderung nach Deutschland hat zu dem Geburtenanstieg beigetragen“, sagt Stephan Sievert, Leiter für Migration und Arbeitsmarkt, vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, dieser Zeitung.

Hilft die Familienpolitik?
Die Familienpolitik hat zu dem Anstieg der Geburtenrate beigetragen, sagt Bevölkerungsexperte Sievert. „Wesentlich ist dafür vor allem der Kita-Ausbau, der eine notwendige Voraussetzung ist, um Arbeit und Kindererziehung zu vereinbaren, sowie das Elterngeld, das insbesondere für Berufstätige durch den Gehaltsersatz ein Anreiz ist.“ Die Familienpolitik allein werde aber nicht zu einem deutlichen Anstieg der Geburtenrate führen. Notwendig wäre eine neue Kultur, die eine Vereinbarung von Familien- und Erwerbsleben noch besser ermöglicht. „So müssten Elternpflichten noch gleichmäßiger auf Frauen und Männer verteilt werden, wie in Skandinavien.“

Welche finanziellen Anreize setzt der deutsche Staat?
Eltern erhalten zahlreiche staatliche Unterstützungen für die Erziehung ihrer Kinder. Insgesamt gab der Bund 2012 laut Familienministerium 129 Milliarden Euro dafür aus. So bekommen Eltern unter anderem Kindergeld sowie Freibeträge auf ihre Einkommen. Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, gering Verdienende erhalten Kinderzuschläge. Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren sowie die Einführung von Elternzeiten, die für Väter und Mütter gelten, werden von vielen in Anspruch genommen. „Mehr Kita-Plätze und mehr Ganztagsschulen führen zu mehr Kindern“, ist Familienministerin Schwesig überzeugt. „Deshalb setze ich mich für den weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung – auch für Schulkinder – ein.“ Es sei immer noch zu schwer für Mütter und Väter, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Gleicht die Geburtenrate die Sterberate aus?
In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als neue Bürger geboren werden. 2015 waren es 925.000. Damit die Geburtenzahl jene der Sterbenden ausgleichen kann, müsste die Geburtenrate der Frauen auf 1,6 bis 1,8 Kinder steigen, sagt Sievert vom Berlin-Institut. Dies sei aber nicht schnell realisierbar. Deutschland brauche deshalb Zuwanderer, um seine Bevölkerungsgröße stabil zu halten.