Islamismus

Fast sieben Jahre Haft für 23-jährigen IS-Terrorist aus NRW

Im Oberlandesgericht Düsseldorf fand seit einem halben Jahr der Prozess gegen Kerim Marc B. statt. Jetzt ist ein Urteil gefallen.

Im Oberlandesgericht Düsseldorf fand seit einem halben Jahr der Prozess gegen Kerim Marc B. statt. Jetzt ist ein Urteil gefallen.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Die Anklage wollte ihn wegen Mordes verurteilt sehen. Schuldig gesprochen wurde ein 23-Jähriger nun wegen seiner Zugehörigkeit zum IS.

Düsseldorf.  Der 23-jährige Kerim Marc B. ist als Terrorist des „Islamischen Staats“ zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den Syrien-Rückkehrer am Donnerstag schuldig. Der Angeklagte hatte gestanden, dem Anführer der Terrormiliz, Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen zu haben. Nach Überzeugung des Gerichts hat er auch an Kämpfen teilgenommen.

Die Bundesanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft für den 23-Jährigen beantragt. Unter dem Namen „Abu Zulfikar“ habe er einer Einheit überwiegend bosnischer IS-Kämpfer angehört. Die Verteidiger hatten maximal zwei Jahre Haft und seine Freilassung gefordert, weil er davon bereits mehr als zwei Drittel verbüßt habe. B. ist in Dortmund geboren und in Kranenburg am Niederrhein aufgewachsen, zuletzt wohnte er in Düsseldorf.

B. soll als überzeugter Islamist aufgetreten sein

Die Bundesanwaltschaft hatte ihn als überzeugten Dschihadisten beschrieben, der noch in der Untersuchungshaft in Dortmund versucht habe, Mitgefangene zu rekrutieren.

Seine Verteidiger hatten bestritten, dass ihr Mandant in Syrien gekämpft habe. Außerdem forderten sie, Jugendstrafrecht anzuwenden, weil er zu Beginn des Tatzeitraum noch keine 21 Jahre alt gewesen sei. Der Angeklagte befinde sich in einem Aussteigerprogramm und auf einem guten Weg.

Ursprünglich wegen Mordes angeklagt

In Deutschland hatte der Islamist schon als Jugendlicher an der Koran-Verteilaktion „Lies!“ teilgenommen und war in salafistische Kreise geraten.

„Ich habe mich vom „Islamischen Staat“ vollständig losgesagt. Ich habe mich gegen den Islamismus entschieden“, hatte der 23-Jährige in seinem Schlusswort gesagt. Ursprünglich war er sogar wegen Mordes angeklagt. Der Tatvorwurf der Bundesanwaltschaft war aber vom Gericht nicht zugelassen worden. (dpa)