Asylsuchende

Flüchtlingslager Idomeni ist nun vollständig geräumt

Ein Bulldozer schiebt Hinterlassenschaften des Flüchtlingscamps Idomeni zusammen.

Ein Bulldozer schiebt Hinterlassenschaften des Flüchtlingscamps Idomeni zusammen.

Foto: POOL / REUTERS

Die Räumung des Flüchtlingslagers von Idomeni soll eine verfehlte Flüchtlingspolitik korrigieren. Nun scheint der erste Schritt getan.

Athen.  Laut Reporter-Berichten ist das wilde Flüchtlingscamp von Idomeni vollständig geräumt. Das erste Mal seit Dienstag konnten Journalisten das Lager an der mazedonisch-griechischen Grenze besichtigen.

„Das Unternehmen Räumung ist vollendet und hat ohne Gewalt stattgefunden“, sagte der griechische Minister für Bürgerschutz Nikos Toskas zudem im griechischen Fernsehen (ERT). Auch die wichtige Bahnlinie nach Mazedonien war von Zelten und Müll freigeräumt, wie das Fernsehen zeigte.

Am Dienstag hatten die griechischen Behörden das Camp abgeriegelt und mit der Räumung begonnen. Zwar hatte die Polizei Spezialeinheiten und Hubschrauber nach Idomeni beordert, der Einsatz verlief jedoch gewaltfrei. Schon kurz nach Beginn der Aktion am Dienstagmorgen hatten mehrere Busse mit Flüchtlingen Idomeni verlassen und die Asylsuchenden in offizielle Flüchtlingsunterkünfte in Griechenland gebracht.

Ab August 2015 hatte sich der Ort zum Startpunkt der sogenannten „Balkanroute“ entwickelt. Wer es von Syrien und anderen Ländern zu den griechischen Inseln schaffte, reiste früher oder später über Idomeni entlang der Eisenbahnschienen weiter in den Norden.

In den vergangenen Monaten hatte es in dem Camp immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Migranten und der Polizei gegeben. Zwar vermuteten Beobachter, dass politische Aktivisten unter den Flüchtlingshelfern Konflikte provoziert hatten, doch fest steht, dass die Nerven in der provisorischen Unterkunft bei fast allen blank lagen. Jedoch nicht nur die Auseinandersetzungen, sondern vor allem die unmenschlichen Bedingungen vor Ort hatten zur Räumung geführt. Vor allem bei Regen hatten sich Zeltplätze auf freiem Ferd in matschige Sümpfen verwandelt. (dpa/ac)