Berlin

Merkel trotz Flüchtlingskrise auf Jahreshoch

Berlin. Am Wochenende wird in drei Bundesländern gewählt – Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Laut Prognose werden die etablierten Parteien abgestraft. Die CDU könnte in ihrem einstigen Stammland Baden-Württemberg hinter die Grünen zurückfallen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat trotz des Streits über den Kurs in der Flüchtlingskrise ihre Zustimmungswerte auf ein Rekordhoch in diesem Jahr gesteigert. In der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Erhebung im Auftrag von „Stern“ und RTL gewann sie bei der Frage nach der Kanzlerpräferenz zwei Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche und kommt auf 50 Prozent.

SPD-Chef Sigmar Gabriel dagegen verlor einen Punkt und wurde nur von 13 Prozent der Befragten als Kanzler bevorzugt. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) erhält zurzeit in allen Umfragen gute Werte. Dass sie wieder aus dem Parteiensystem verschwinden wird, glauben 68 Prozent der Befragten.

CDU-Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, sagte in Richtung AfD: „Deren Wähler sollten wir nicht beschimpfen, wir müssen sie zurückgewinnen. Ich kann verstehen, wenn Menschen Fragen haben, auch Sorgen und Ängste. Wir müssen aber deutlich machen, dass die AfD darauf keine Antworten hat und dass es auch nicht immer einfache Antworten gibt“, sagte Klöckner dieser Zeitung. Wer gegen rechts Gesicht zeigen wolle, dürfe nicht sitzen bleiben, wenn es darauf ankomme. „Deshalb war es für mich auch keine Frage, an der Fernsehrunde der Spitzenkandidaten teilzunehmen – im Gegensatz zur Amtsinhaberin.“ Heute Abend tritt Klöckner in einer Fernsehdebatte auf. Die AfD ist auch vertreten. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte ihre Teilnahme aus Protest gegen die AfD abgesagt. (san)