Rekord

12.000 Kandidaten bewerben sich für Parlamentswahl im Iran

Die gemäßigte Politik des iranischen Präsidenten Ruhani gilt als eine Ursache für den Bewerber-Rekord.

Die gemäßigte Politik des iranischen Präsidenten Ruhani gilt als eine Ursache für den Bewerber-Rekord.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Der Iran erlebt nach dem Atomabkommen einen politischen Frühling. Tausende wollen sich als Abgeordnete ins Parlament wählen lassen.

Teheran.  Nach einer Verlängerung der Einschreibefrist hat die Zahl der Bewerber für die Parlamentswahl im Iran einen neuen Rekord erreicht. Fast 12.000 Kandidaten, darunter mehr als 1100 Frauen, haben sich für die 290 Sitze registriert. Laut Innenministerium waren es bei der Wahl 2012 etwas mehr als 5000 Bewerber.

Mit genauso vielen hatte das Ministerium auch dieses Mal gerechnet. Bis zum Ende der neuen Frist – Freitag um Mitternacht – waren es allerdings mehr als doppelt so viele. Die Zahl der Frauen ist mehr als dreimal so hoch wie vor vier Jahren.

Wahl als Stimmungstest

Laut Beobachtern ist die neue politische Atmosphäre unter Präsident Hassan Ruhani der Hauptgrund dafür, dass so viele Kandidaten zur Parlamentswahl am 26. Februar antreten wollen. Außerdem ist die Wahl ein erster politischer Stimmungstest nach dem Atomabkommen Mitte Juli zwischen dem Iran und dem Westen.

Mit Spannung wird erwartet, ob die Auswirkungen des Abkommens auch zu einem Wahlerfolg der Reformer um Präsident Ruhani führen. Das Parlament war in den vergangenen drei Legislaturperioden fest in der Hand von Konservativen und Hardlinern.

Die Qualifikationen aller Kandidaten müssen allerdings noch vom sogenannten Wächterrat überprüft werden. Der hat laut Verfassung auch das Recht, Kandidaten aus ideologischen Gründen zu disqualifizieren. Es wird befürchtet, dass die zwölf erzkonservativen Ratsmitglieder erneut mehrere liberale Kandidaten ausschließen werden. Gegen diese Entscheidungen gibt es vor Parlamentswahlen immer Proteste, die aber nur selten zu einer Revision führen. (dpa)