Charleston

US-Politiker fordern Verbot der Südstaaten-Flagge

Nach dem Massaker in einer Kirche üben viele Kritik an dem Symbol, das auch Rechte nutzen

Charleston. In Columbia, der Hauptstadt des US-Bundesstaats South Carolina, haben am Sonnabend tausende Menschen gegen die Flagge auf dem Dach des Parlaments demonstriert. Die Demonstranten reagierten damit auf das Massaker in der Stadt Charleston. Dort hatte der 21 Jahre alte Dylann Roof aus rassistischen Motiven neun Menschen in einer Kirche ermordet. Die Flagge auf dem Parlament steht nicht auf Halbmast, wie die anderen Fahnen, weil es dafür laut Gesetz eine Zustimmung der Abgeordneten bedurft hätte, wie es hieß. Es ist die Flagge der Konföderierten. Nach Ansicht der Demonstranten steht sie für die nostalgische Erinnerung an die Sklaverei.

Denn die Konföderierten, der Verband der Südstaaten, kämpfte im amerikanischen Bürgerkrieg Mitte des 19. Jahrhunderts auch gegen die Abschaffung der Sklaverei. Noch heute berufen sich Rassisten und Rechtsextreme wie der Ku Klux Klan in den USA auf die Flagge. Auch der mutmaßliche Mörder Dylann Roof ehrte die Südstaaten-Flagge, das belegen Fotos im Internet. Eine solche Flagge zierte auch das Auto, in dem er verhaftet wurde. Andererseits zeigen Bilder den mutmaßlichen Täter, wie er eine US-Fahne bespuckt. Die heutige Fahne der USA gehörte im Bürgerkrieg zu den Nordstaaten, die sich unter anderem für die Freiheit der Sklaven einsetzten.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von der Demonstration in der Hauptstadt von South Carolina nach den Morden. „Wir können uns nicht länger leisten, diese Flagge hier stehen zu lassen“, sagte dort nach Angaben von AFP die 95 Jahre alte Bürgerrechtsaktivistin Sarah Leverette. Die vielen Demonstranten bejubelten ihre Worte. Die Fahne sei ein Leuchtsignal für diejenigen, die „bösen Überzeugungen“ verhaftet blieben.

Nun beginnt auch die politische Debatte darüber, wie die USA mit der Konföderierten-Flagge umgehen sollte. Der frühere republikanische US-Präsidentschaftsanwärter Mitt Romney schrieb auf Twitter: „Es ist Zeit, die Flagge in South Carolina abzuhängen.“ US-Präsident Barack Obama stimmte dem auf Twitter zu. Und er warb erneut für schärfere Waffengesetze. Auch die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton sprach sich für schärfere Waffengesetze aus. Zwar sei der Waffenbesitz „Teil des Gefüges vieler gesetzestreuer Gemeinschaften“, sagte die frühere Außenministerin. Das Ziel müsse aber sein, Kriminellen den Zugang zu Waffen zu versperren.