Selbstmordattentat

Türkei informierte deutsche Behörden über Anschlagspläne

Vor dem Selbstmordattentat auf die US-Botschaft in Ankara informierte die Türkei deutsche Behörden über mögliche Anschlagspläne.

Hamburg. Vor dem Selbstmordattentat auf die US-Botschaft in Ankara hatte die Türkei angeblich Hinweise auf mögliche Anschlagspläne und informierte deutsche Behörden darüber. Das berichtete das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ am Freitag und verwies auf eine Anfrage der türkischen Sicherheitsbehörden in Deutschland. Der Terrorverdächtige Ecevit Sanli hatte zuletzt in Deutschland gelebt.

Die türkischen Stellen hätten sich zwischen Weihnachten und Neujahr beim Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt für Verfassungsschutz gemeldet. Sie erklärten demnach, es gebe Hinweise, dass Sanli in die Türkei eingereist sein könnte, um dort einen Anschlag zu verüben. Im Januar hätten die deutschen Behörden geantwortet, sie könnten zum Aufenthaltsort des Mannes keine Angaben machen. Das Magazin berichtete weiter, Ermittler überprüften derzeit Sanlis früheres Umfeld im Kölner Raum. BKA und Verfassungsschutz wollten sich auf nicht zu dem Bericht äußern.

Der Attentäter hatte sich Anfang Februar in einem Eingangsgebäude zum Gelände der US-Botschaft in Ankara in die Luft gesprengt und einen Wachmann mit in den Tod gerissen. Der in seiner Heimat Türkei gesuchte Linksextremist war in Deutschland als Asylbewerber abgelehnt worden, hatte dann aber eine Duldung erhalten.

( (dpa) )

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