Landtagswahlen in Baden-Württemberg

Linke enttäuscht über Wahlniederlage – Jubel über Stimmenverluste von CDU und FDP

Stuttgart. Enttäuscht schüttelte die Spitzenkandidatin der Linken, Marta Aparicio, den Kopf. Der Prognosebalken für das Ergebnis ihrer Partei, der auf die Leinwand im Landespavillon im Stuttgarter Schlossgarten projiziert wurde, blieb deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde. Doch ganz war der Partei der Optimismus trotzdem nicht vergangen: Jubel ertönte, als klar wurde, dass die bisherige schwarz-gelbe Regierung an Zustimmung verloren hatte.

„Wir haben erreicht, dass in Baden-Württemberg keine CDU an der Regierung sein wird“, sagte Aparicio. Vor der Wahl hatte die gebürtige Argentinierin angekündigt, der bisherige Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) müsse abgewählt werden. Und das gehe nur, wenn die Linke in den Landtag gewählt würde. Aparicios Parteikollege, der Landessprecher der Linken, Bernd Riexinger, sagte mit Blick auf das Ergebnis seiner Partei, es könne nun zwar einen Regierungs-, aber keinen echten Politikwechsel geben.

Schon beim Debüt der Linken auf Landesebene die Fünf-Prozent-Hürde knacken zu können, hatte sich die Partei schon erhofft, sagte Riexinger. Zur Landtagswahl 2006 war die Vorgängerpartei der Linken, die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), angetreten. Auch sie hatte den Einzug in den Landtag verpasst. Der Linken hatten Umfragen dagegen immerhin ein Ergebnis zwischen vier und fünf Prozent prognostiziert.

Dass die Linkspartei nun wohl doch nicht das „Zünglein an der Waage“ für einen Machtwechsel im Land werden würde, sorgte für Enttäuschung. Baden-Württemberg hätte eine wirkliche Veränderung verdient gehabt, sagte der Vorstand der Linken Jugend in Stuttgart Sven Fichtner auf der Wahlparty im Stuttgarter Landespavillon. Daraus werde ohne die Linkspartei nichts. „Die Grünen und die SPD werden keinen Politikwechsel machen“, erklärte der 22-Jährige.

Aber entmutigen ließ sich die Partei von dem ruckeligen Start im Südwesten dennoch nicht. Die Linke werde in den nächsten fünf Jahren in außerparlamentarischer Arbeit überprüfen, ob SPD und Grüne ihre Wahlversprechen einlösen, kündigte Riexinger an.