Bundeswehr

Verteidigungsminister de Maizière schasst Guttenbergs Vertrauten

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Walther Otremba wird in den Ruhestand versetzt. Er sollte die Reform Bundeswehr durchsetzen. Weicht de Maizière von Guttenbergs Kurs ab?

Stuttgart/Berlin/Hamburg. Der neue Verteidigungsminister und Guttenberg-Nachfolger Thomas de Maizière (CDU) wird den bisher für die Bundeswehrreform zuständigen Staatssekretär Walther Otremba entlassen. De Maizière will Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dpa-Informationen noch am Freitag in einem Schreiben darum bitten, beim Bundespräsidenten eine Versetzung Otrembas in den einstweiligen Ruhestand zu beantragen. Otremba hat im Auftrag von de Maizières Vorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) das Konzept für die zweite Phase der Bundeswehrreform entworfen. Es sieht den Umbau des Ministeriums und die Straffung der Führungsstrukturen vor.

Ministeriumssprecher Stefan Paris sagte auf dpa-Anfrage, die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand erfolge „ohne Angaben von Gründen“. Zur Frage, ob es einen Zusammenhang mit der Bundeswehrreform gebe, sagte Paris lediglich: „Im Übrigen gilt das, was der Minister in seinem heutigen Tagesbefehl erklärt hat.“ De Maizière hatte darin eine konsequente Fortsetzung der Bundeswehrreform angekündigt. Gleichzeitig hatte er klar gemacht, dass er nichts überstürzen wolle: „Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche.“

Über einen Nachfolger Otrembas werde „kurzfristig“ entschieden, sagte Paris. Die Entscheidung de Maizières fiel nach dpa-Informationen am Freitagvormittag nach einem Gespräch des Ministers mit Otremba. Die beiden Parlamentarischen Staatssekretäre Christian Schmidt (CSU) und Thomas Kossendey (CDU) bleiben im Amt.

Derweil hat sich eine große Mehrheit der Deutschen für ein Comeback des ehemals beliebtesten Politikers ausgesprochen. Annähernd drei Viertel der Befragten erhoffen sich einer Umfrage zufolge ein Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg. Nach einer vom „Focus“ vorab veröffentlichten Umfrage von TNS Emnid wünschen sich 71 Prozent eine Rückkehr des CSU-Politikers, nur 25 Prozent sind dagegen. TNS Emnid befragte in einer Blitzumfrage am Dienstag 501 repräsentativ ausgewählte Menschen.

( (dpa) )

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