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Ex-SPD-Bürgermeister kandidiert für die NPD

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Hans Püschel, der Bürgermeister der Gemeinde Krauschwitz, kandidiert nun für die NPD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Magdeburg. Eine dezente politische Veränderung hat Hans Püschel, der Bürgermeister der Gemeinde Krauschwitz in Sachsen-Anhalt, hinter sich gebracht. Er ist nach seinem umstrittenen Besuch des NPD-Bundesparteitages aus der SPD ausgetreten – und kandidiert nun für die NPD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Mit dem Austritt habe er den Sozialdemokraten das Prozedere eines Parteiausschlussverfahrens ersparen wollen, sagte der 62-Jährige am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

„Das ganze Theater und Brimborium und den Druck, den ich erlebt habe, halte ich für undemokratisch. Das erinnert mich an die DDR.“ In die NPD eintreten wolle er aber nicht. Püschel hatte nach dem Besuch des Bundesparteitages der NPD in Hohenmölsen (Burgenlandkreis) Sympathie mit der rechtsextremen Partei bekundet. Der Sprecher des SPD-Landesverbandes von Sachsen-Anhalt, Falko Grube, sagte zu Püschels Austritt: „Nach dem, was er geäußert hat, hatte er keinen Platz mehr in der SPD“.

Die SPD im Burgenlandkreis hatte den Angaben zufolge am Montag auf einer Kreisvorstandssitzung ein Parteiausschlussverfahren gegen Püschel auf den Weg gebracht. Der SPD-Kreisvorsitzende, Innenstaatssekretär Rüdiger Erben, hatte zuvor gesagt, Püschel habe den Sozialdemokraten Schaden zugefügt. Wenn der Kampf gegen den Rechtsextremismus glaubwürdig bleiben solle, müsse er aus der Partei ausgeschlossen werden.

Püschel war nach eigenen Angaben 1990 Gründungsmitglied der SPD in Hohenmölsen. Bei den Landtagswahlen am 20. März 2011 in Sachsen- Anhalt sei er nun direkter Konkurrent von Erben – im gleichen Wahlkreis. Ein Eintritt in die NPD stehe für ihn aber nicht zur Debatte. (dpa/abendblatt.de)