Fremendfeindlichkeit?

Angriff auf Kubaner bei Heimatfest in Erkner

Auf einem Heimatfest im brandenburgischen Erkner ist ein Kubaner angegriffen und beraubt worden. Gab es einen fremdenfeindlichen Hintergrund?

Erkner. Auf einem Heimatfest im brandenburgischen Erkner ist am Wochenende ein Kubaner angegriffen und beraubt worden. Die Polizei schließt nach Angaben vom Sonntag einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Der 51-Jährige sei nach eigener Darstellung zunächst beleidigt, dann bewusstlos geschlagen und beraubt worden. Es werden Zeugen gesucht. Auf dem Heimatfest kam es am Sonntagmorgen zudem zu einer Schlägerei zwischen Rechten und Hooligans. Ein Hooligan wurde von einem Rechtsextremisten mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. Der 31-jährige Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei berichtete. Der Beschuldigte wurde vorläufig festgenommen. Beide Vorfälle habe nach bisheriger Kenntnis nichts miteinander zu tun.

Laut Polizei standen sich jeweils 15- bis 20-köpfige Gruppen von Rechtsextremen und Hooligans gegenüber. Fünf Männer der rechten Szene wurden in Gewahrsam genommen. Einer von ihnen war ein Freigänger, der in Berlin eine Haftstrafe verbüßt. Er beschimpfte die Beamten in Erkner mit volksverhetzenden Losungen. Um die Gruppen zu trennen und Platzverweise durchzusetzen, rückte ein Zug der Landeseinheit aus Frankfurt (Oder) an. Kriminalpolizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen. Wie die Polizei weiter berichtete, erstatte der Kubaner am Samstag wegen des Übergriffs von Freitag Anzeige. Er berichtete der Polizei, zunächst von einem tätowierten, etwa 40 bis 50 Jahre alten Mann beschimpft worden zu sein. Als er sich dies verbeten habe, sei er von dem Mann mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Danach sollen der Täter und zwei Komplizen das Opfer hinter ein Gebäude gezogen und bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt haben. Als der Kubaner wieder zu sich kam, schleppte er sich nach Hause. Dort stellte er den Verlust seines Geldes fest. Auch in diesem Fall ermittelt der Staatsschutz. Die Polizei sucht Zeugen.