Streit um Nazi-Zwerg

Gartenzwerg mit Hitlergruß: Kunst oder kriminell?

Jusitzministerin Zypries unterstützt Ermittlungen gegen Kunstprofessor. Anonymer Briefeschreiber empörte sich über Gartenzwerge mit Hitlergruß.

Nürnberg. Der Grad zwischen Satire und Beleidigung ist bekanntlich sehr schmal. Ob der Nürnberger Kunstprofessor Ottmar Hörl diesen überschritten hat, muss jetzt die Nürnberger Justiz klären. Er stellt derzeit in Aschaffenburg Gartenzwerge mit Hitlergruß aus. Als Persiflage auf die "deutsche Herrenrasse" will er seine Wichtel verstanden wissen. Die Nürnberger Staatsanwaltschaft sieht das anders. Sie prüft, ob der Zwerg mit ausgestrecktem Arm den Straftatbestand der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole erfüllt.

Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hält diese Ermittlungen wegen eines Gartenzwergs mit Hitlergruß nicht grundsätzlich für unsinnig. Sie wolle den Schritt der Staatsanwaltschaft Nürnberg zwar nicht bewerten, sagte Zypries am Freitag am Rande eines EU-Ministertreffens in Stockholm. „Klar ist aber, dass wir in Deutschland nazistische Symbole verboten haben und es daher nicht völlig abwegig ist, dass man sich das anguckt.“

Ottmar Hörl ist seit 2005 Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 400 Gartenzwerge sind nach Hörls Angaben noch bis zum Wochenende in einer Ausstellung des Aschaffenburger Kunstvereins zu sehen. Eigentlich hatte er sie für eine Ausstellung der Kunstmesse im belgischen Gent geschaffen. Auch in Bozen/Südtirol wurden die Gartenzwerge ausgestellt. Offenbar ohne Beschwerden. In Aschaffenburg empörte sich ein anonymer Briefeschreiber. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft.