Kabul

Deutscher Soldat in Afghanistan getötet

Ein weiterer Bundeswehr-Angehöriger wurde schwer verletzt. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes 2001 kamen 48 deutsche Soldaten ums Leben.

Kabul. Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine deutsche Patrouille in Afghanistan ist ein Bundeswehrsoldat getötet worden. Ein weiterer Soldat und ein afghanischer Übersetzer wurden verletzt. Vertreter von Koalition und Opposition verurteilten den Angriff scharf. „Tod und Verwundung sind die ständigen Begleiter unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz“, erklärte der Chef des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch. Verteidigungsminister Thomas de Maizière wollte sich am Nachmittag äußern. Der Anschlag ereignete sich in der Unruheprovinz Kundus, in der die Bundeswehr häufig in Gefechte verwickelt wird.

Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes 2001 kamen 48 deutsche Soldaten ums Leben. 30 davon starben im Gefecht oder bei Anschlägen. Zuletzt wurden im Februar drei Soldaten von einem afghanischen Soldaten getötet, der in einem Außenposten in der Unruheprovinz Baghlan um sich schoss.

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und die verteidigungspolitische Fraktionssprecherin Elke Hoff sprachen von einem „feigen Anschlag“. Auch die Fraktionschefs der Grünen, Renate Künast und Jürgen Trittin, verurteilten die „abscheuliche Tat“. Leider beweise der Vorfall erneut, „in welch schwierigem Einsatz sich die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr befinden, bei dem sie Leib und Leben jeden Tag aufs Spiel setzen“.

Linksfraktionschef Gregor Gysi erklärte, der Anschlag führe noch einmal vor Augen, dass der Krieg die Lage in Afghanistan um keinen Deut verbessert habe. „Im Gegenteil: Es ist höchste Zeit, diesen Krieg zu beenden und die Bundeswehr unverzüglich aus Afghanistan abzuziehen.“