Porträt des Ministerpräsidenten (CDU)

Jürgen Rüttgers: Der „schwarze Arbeiterführer"

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Um sich die Unterstützung der SPD-Klientel auch weiter zu sichern, schärfte der 58-Jährige sein Image als sozialer Kümmerer.

Jürgen Rüttgers hat die CDU bei der Landtagswahl 2005 nach 39 harten Oppositionsjahren zurück an die Macht geführt. Zu seinem Triumph trugen damals auch viele Stimmen traditioneller SPD-Wähler bei. „Der Vorsitzende der Arbeiterpartei in Nordrhein-Westfalen bin ich“, erklärte Rüttgers deshalb stolz.

Um sich die Unterstützung der SPD-Klientel auch weiter zu sichern, schärfte der 58-Jährige sein Image als sozialer Kümmerer. Er geißelte „Lebenslügen“ der CDU in der Steuer- und Arbeitsmarktpolitik, setzte ein längeres Arbeitslosengeld I für langjährig Beschäftigte durch und forderte höhere Renten für Geringverdiener. In Düsseldorf unterschrieb Rüttgers einen Koalitionsvertrag unter dem Leitmotto „Privat vor Staat“. Die schwarz-gelbe Regierung beschnitt die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Kommunen, schränkte die Mitbestimmung im öffentlichen Dienst ein und setzte den Ausstieg aus den Steinkohlesubventionen durch.

Gleichzeitig umwarb er die „Johannes-Rau-Wähler“, die aus seiner Sicht in einer nach links driftenden SPD keine Heimat mehr finden. Oft hilflos mussten die Sozialdemokraten ansehen, wie sich Rüttgers als Erbe des legendären NRW-Landesvaters präsentierte. Rüttgers wurde am 25. Juni 1951 als Sohn eines Elektromeisters in Köln geboren. Nach Jurastudium und Arbeit in der Kommunalverwaltung schaffte er 1987 den Einzug in den Bundestag.

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) machte ihn 1994 zum „Zukunftsminister“ für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie. Die NRW-CDU führt er seit 1999. In der Bundespartei ist der Vater von drei Söhnen seit 2000 Vize-Vorsitzender.

( (dpa) )