Porträt der grünen Spitzenkandidatin

Sylvia Löhrmann: Durch die harte rot-grüne Schule

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Die Spitzenkandidatin der Grünen schaffte es, ihre Fraktion zu profilieren. Sie machte die Schulpolitik zum neuen Markenzeichen der Öko-Partei.

Als Grüne in Nordrhein-Westfalen hat Sylvia Löhrmann die härteste Schule hinter sich: Koalitionsverhandlungen mit den früheren SPD-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement und Peer Steinbrück. Da stand sie bei den Grünen allerdings noch in der zweiten Reihe. Jetzt ist die 53-jährige Lehrerin quasi die Alleinerbin des einstigen Spitzentandems Bärbel Höhn und Michael Vesper, das die Grünen durch die zehn rot-grünen Konfliktjahre in Nordrhein-Westfalen gelenkt hatte.

Löhrmann war nicht in die alten Flügelkämpfe zwischen Realos und Linken bei den NRW-Grünen verwickelt. Nach der Landtagswahl 2005 schaffte sie es schnell, ihre kleine Fraktion als schlagkräftige Opposition zu profilieren. Löhrmann machte die Schulpolitik zum neuen Markenzeichen der Öko-Partei. In den Wahlkampf führte sie ihre Partei als alleinige Spitzenkandidatin. Das war eine Premiere für die NRW- Grünen, die stets eine Doppelspitze ins Rennen geschickt hatte.

Löhrmann konnte es sich sogar leisten, offen wie keine andere Grünen-Politikerin in Nordrhein-Westfalen eine Koalition mit der CDU als „Zweitoption“ in Erwägung zu ziehen. Zu CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat sie ein entspanntes Verhältnis. Das gilt auch umgekehrt. „Sie ist sachlicher geworden“, lobte Rüttgers die Grüne einmal.

( (dpa) )