Vorwahlen in Florida: Giuliani vor dem Aus

McCain und Clinton triumphieren

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US-Senator John McCain gilt nun als Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Der Sieg von Hillary Clinton hatte dagegen nur symbolischen Wert.

Washington. Der 71 Jahre alte McCain aus Arizona schlug in einem spannenden Rennen seinen Rivalen Mitt Romney (60) und geht nun mit Rückenwind in den "Super-Dienstag" am 5. Februar mit Vorwahlen in mehr als 20 Staaten.

Der große Verlierer in Florida war der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani (63). Er hatte sich nach bisherigem enttäuschenden Abschneiden einen Durchbruch erhofft, landete aber abgeschlagen auf dem dritten Platz. Dem US-Sender Fox News zufolge will Giuiliani bereits am Mittwoch aus dem Rennen aussteigen und sich für McCain stark machen.

Auf der demokratischen Seite feierte Hillary Clinton (60) einen symbolischen Sieg in Florida. Sie schlug bei der Kandidatenkür ihren schwarzen Konkurrenten Barack Obama mit großem Vorsprung, aber es stand schon vorher fest, dass die Vorwahl aus parteiinternen Gründen nicht berücksichtigt wird. Die demokratischen Bewerber hatten deshalb auch in dem Staat keinen Wahlkampf betrieben. Dennoch sprach Clinton von einem "großen Sieg".

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Nach Auszählung fast aller Stimmen führte McCain mit 36 Prozent vor Romney mit 31 Prozent. Giuliani kam auf 15 Prozent und lag damit nur knapp vor dem Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der auf 13 Prozent kam.

Huckabee (52), der überraschende Sieger der Kandidatenkür in Iowa, will aber weiter im Rennen bleiben. Giuliani selbst äußerte sich nicht über seine weiteren Pläne. Er hatte sich im bisherigen Vorwahlkampf praktisch ganz auf Florida konzentriert und sich von einem Sieg dort den nötigen Schwung für die Massenabstimmungen am 5. Februar erhofft. Experten sprachen am Dienstag von einem schweren Strategiefehler.

Bei der Vorwahl der Republikaner in Florida ging es um den Gewinn von 57 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Sommer. Auf der demokratischen Seite siegte Hillary Clinton mit 50 Prozent. Obama kam auf 33, Ex-Senator John Edwards erhielt 14 Prozent. Das Ergebnis hat jedoch für die Nominierung keine Bedeutung, weil der Parteivorstand wie zuvor schon in Michigan beschlossen hatte, das Ergebnis als Strafe für die Vorverlegung der Abstimmung nicht anzurechnen. Dies bedeutet, dass den Kandidaten keine Delegierten zuerkannt werden, die ansonsten auf dem Nominierungsparteitag im Sommer für sie gestimmt hätten.

( dpa, abendblatt.de )