US-Vorwahlen: Obama-Rede in Oregon

"Sie war klug und zäh"

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Achtungsvoll zollte Barack Obama Dauerrivalin Hillary Clinton jüngst seinen Respekt. Allein die Form dürfte der Ex-First-Lady missfallen – Obama sprach ausschließlich in der Vergangenheitsform.

Portland. Für Barack Obama scheint das Rennen um den Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten bereits zu seinem Gunsten entschieden. Bei einer Rede am Sonntag in Portland lobt er zwar ausdrücklich seine Rivalin Hillary Clinton, redet von ihrem Wahlkampf aber nur noch in der Vergangenheitsform. Bei seinem Auftritt im Bundesstaat Oregon zog er zudem mehr Menschen an als je zuvor. Dort und in Kentucky sind am Dienstag Vorwahlen. Während Obama in Oregon gewinnen dürfte, wird ein Sieg Clintons in Kentucky erwartet. Allerdings liegt Obama nach Delegiertenstimmen fast uneinholbar vorn.

Clinton sei eine respekteinflößende Bewerberin gewesen, sagte Obama in dem Westküstenstaat. "Sie war klug und zäh und entschlossen und sie hat so hart gearbeitet, wie sie nur konnte. Sie hat einen außergewöhnlichen Wahlkampf geführt." Nach Angaben der Feuerwehr kamen 75 000 Menschen, um den Mann zu sehen, der der erste schwarze Präsident der USA sein würde, ein Rekord für den Senator. Das sind mehr als zum Superbowl: Das Endspiel im American Football fand in diesem Jahr vor 71 000 Zuschauern statt.

Obama hob sich in Portland die direkten Angriffe für den republikanischen Kandidaten John McCain auf. Dieser habe immer wieder Probleme mit Beratern, die sich als Lobbyisten entpuppten, sagte Obama. "Ich glaube nicht, dass das die Art von Veränderung ist, die das amerikanische Volk haben will." Ein McCain-Sprecher wies dies zurück. Der Senator aus Arizona habe harte Regeln aufgestellt, welche Tätigkeiten seine Berater ausüben dürften. Obama habe dagegen die Namen seiner Berater überhaupt nicht veröffentlicht.

Nach Oregon und Kentucky stehen noch drei weitere Vorwahlen an. Die letzten sind am 3. Juni. Clinton und Obama sind beide auf die sogenannten Superdelegierten angewiesen, die nicht an die Abstimmungen in den einzelnen Bundesstaaten gebunden sind. Clinton versucht, diese ranghohen Parteimitglieder davon zu überzeugen, dass sie bei der eigentlichen Wahl im November besser gegen McCain abschneiden würde. Auch am Sonntag betonte sie, nicht aufgeben zu wollen. US-Medien berichteten aber von vertraulichen Gesprächen zwischen den Clinton- und Obama-Lagern, wie nach dem 3. Juni ein gemeinsamer Wahlkampf aufgebaut werden könne.

( Reuters )