Hamburg: Glasbau verschlingt 241 Millionen Euro

Von Beust legt Grundstein für Elbphilharmonie

Das Gebäude soll das neue Wahrzeichen der Hansestadt werden und einer der zehn besten Konzertsäle der Welt. Von Beust: "Wir stärken Hamburg als Metropole im In- und Ausland."

Hamburg. Bürgermeister Ole von Beust hat den Grundstein für den Bau der 241 Millionen Euro teuren Hamburger Konzerthalle Elbphilharmonie gelegt. Das Gebäude im Hafen soll ein neues Wahrzeichen der Hansestadt und eine der zehn besten Konzertsäle der Welt werden. "Wir stärken Hamburg als Metropole im In- und Ausland", sagte der CDU-Politiker von Beust.

Das Prestige-Projekt, das bereits mit dem berühmten Opernhaus in Sydney verglichen und von den Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron geplant wurde, war wegen der neuerdings immens höher veranschlagten Baukosten in die Schlagzeilen gekommen. Die zunächst auf 186 Millionen Euro veranschlagten Kosten waren zuletzt um 55 Millionen Euro gestiegen.

Die Hamburger Steuerzahler kommt der futuristische Glasbau, der auf einen schon bestehenden alten Kaffee-Speicher gesetzt werden soll, teurer zu stehen. Der ursprünglich auf 77 Millionen Euro gedeckelte Anteil der Stadt wird nach Senatsangaben auf 114,3 Millionen Euro steigen. Das Bauwerk soll neben dem Konzerthaus auch ein Hotel und Luxuswohnungen entstehen.

Ein Großteil der Baukosten wird durch Spenden gedeckt. Insgesamt waren 64 Millionen Euro zusammengekommen, von denen 57,5 Millionen in den Bau fließen sollen. Der Restbetrag komme der Betriebskostenstiftung zugute, die den laufenden Betrieb garantieren und von der Stadt mit weiteren 17,5 Millionen Euro bezuschusst werden soll. Errichtet und für die ersten 20 Jahre betrieben wird die Elbphilharmonie von einem Konsortium aus dem Baukonzern Hochtief und der CommerzLeasing. Die Fertigstellung ist für 2010 geplant.

Musikalisch wurde die Feier durch die Bläser des NDR Sinfonie Orchesters und die Gruppe HotSchrott gestaltet. Mit der Grundsteinlegung beginnt der Betrieb auf der Baustelle. Zunächst wird der Kaispeicher entkernt, die Fassaden bleiben erhalten. Der Rückbau des Kaispeichers erfolgt vom Dach her. Anschließend wird zunächst nachgegründet und der Sockelbau im alten Kaispeicher errichtet, danach wird der spektakuläre Aufsatz mit seiner gläsernen Fassade oberhalb der neu errichteten Plaza hochgezogen.

Die Kultursenatorin fügte an: "Mit dem Baubeginn rückt auch der zukünftige Spielbetrieb, die Musik, immer mehr ins Bewusstsein der Bürger. Durch den Körber Fonds "Zukunftsmusik" haben wir die Chance, schon jetzt im viel größeren Maße als vorher Musik und Musikprogramme für Kinder- und Jugendliche in der Laeiszhalle anzubieten. Nun gilt es, diesen Bereich systematisch auszubauen und das Programm für den Spielbetrieb zu entwickeln."

Hartmut Wegener, Projektkoordinator für die Elbphilharmonie: "Ich freue mich, dass wir nach zweieinhalb Jahren Planung mit der Grundsteinlegung den Bau der Elbphilharmonie beginnen und die Vision "Elbphilharmonie" Wirklichkeit werden lassen können. Vor uns liegen spannende Jahre. Wir hoffen und sind zuversichtlich, den ambitionierten Bauzeitenplan einzuhalten, wenn der Wettergott gnädig ist."