Darry: Fünffacher Mord an eigenen Kindern

Mutter muss dauerhaft in die Psychiatrie

Steffi K. aus Darry hatte im Dezember 2007 ihre drei bis neun Jahre alten Kinder erst betäubt und dann erstickt. Heute verurteilte das Kieler Landgericht die 32-Jährige wegen fünffacher Tötung.

Kiel. Aufgrund einer paranoiden Schizophrenie sei sie schuldunfähig und gefährlich, erklärten die Richter. Deshalb werde die Mutter aus Darry in Ostholstein in einer Fachklinik untergebracht. Einem Gutachten zufolge handelte sie im Wahn, um ihre Kinder vor "bösen Mächten" zu schützen. Das Gericht folgte den Anträgen von Anklage, Verteidigung und Nebenklage.

Die Mutter glaubte fest, dass ihre Kinder nur im Jenseits sicher seien, hatte ein Gutachter erklärt. Sie sei in einem Wahnsystem verstrickt, das sie nicht durchbrechen konnte. Ab 2006 habe sie Stimmen gehört, sich und ihre Kinder zunehmend von "bösen Mächten bedroht" gefühlt. Besuche bei einem Psychiater, zuletzt zehn Tage vor der Tat, und Hilfe des Sozial-Psychiatrischen Dienstes konnten die Tragödie nicht verhindern. Unmittelbar vor der Tat hatte die Frau ihren Ehemann zu Freunden nach Berlin geschickt. Der Vater der drei jüngsten Kinder folgte dem Prozess als Nebenkläger. Die Tragödie in dem Ort nahe der Ostsee hatte bundesweit Fassungslosigkeit ausgelöst.

( abendblatt.de )