Olympia: US-Bürger getötet

Amerikanischer Tourist erstochen

In der Innenstadt von Peking hat ein Chinese nur einen Tag nach der Eröffnung der Olympischen Spiele einen Touristen am helllichten Tage erstochen. Das Opfer war ein Familienmitglied eines Trainers der US-Volleyball-Mannschaft.

Peking. Der Täter verletzte außerdem die Begleiterin des Mannes und eine chinesische Fremdenführerin schwer. Nach dem Angriff unterhalb des als Touristenziel bekannten historischen Drum Towers (Trommelturm) beging der 47 Jahre alte Täter durch einen Sprung aus der in etwa 40 Meter Höhe gelegenen zweiten Etage des Gebäudes Selbstmord. Über die Motive und Hintergründe der Tat, die sich am Sonnabend gegen 12.20 Uhr Ortszeit ereignete, wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei sprach aber von einem Einzeltäter.

Eine Sprecherin der US-Botschaft wollte keine weiteren Informationen zur Identität des Opfers geben. "Wir beobachten die Situation. Mitarbeiter der Botschaft sind bereits ins Krankenhaus gefahren", gab die Sprecherin bekannt. Die Botschaft teilte außerdem mit, US-Diplomaten hätten Kontakt mit weiteren Angehören der Familie aufgenommen, die sich ebenfalls in Peking aufhielten.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) zeigte sich "tief betrübt, von dem tragischen Vorfall zu hören", und übermittelte sein "tiefstes Beileid" an alle Betroffenen. Zugleich bot es "jede nur erdenkliche Hilfe" an. US-Präsident Bush, der sich seit Freitag in Peking aufhält, sei "mit dem Herzen" bei den Familien der Opfer, so ein Sprecher. "Das Weiße Haus und die US-Botschaft haben jede nur erdenkliche Hilfe angeboten", erklärte der Sprecher weiter.

USOC-Sprecher Darryl Seibel berichtete, das von der Tat betroffene Volleyball-Team sei "zutiefst betrübt und schockiert". Nach seinen Angaben trugen die amerikanischen Opfer keine Kleidung, die sie als Mitglieder des US-Teams identifiziert hätte. Über etwaige zu verstärkende Sicherheitsmaßnahmen rund um das US-Team wollte er vorerst keine Auskunft geben. Das erste Spiel der US-Volleyballer findet am Sonntag statt, Gegner ist Venezuela.

Zu den Olympischen Spielen wird beinahe eine halbe Million Besucher erwartet. 150 000 Polizei- und Sicherheitskräfte patrouillieren in der Stadt. Angriffe auf Ausländer sind selten in China, allerdings ist die Zahl der Vorfälle in jüngster Vergangenheit gestiegen.