Deutsches Olympia-Team: Nowitzki trägt deutsche Fahne

"Traum geht in Erfüllung"

Basketball-Superstar Dirk Nowitzki wird am Freitag die Ehre zuteil, den Einzug der deutschen Athleten in das Nationalstadion von Peking anzuführen. Es ist die erste Olympiateilnahme für den Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft.

Peking. Basketball-Superstar Dirk Nowitzki wird das deutsche Team am Freitag bei der Eröffnungsfeier der XXIX. Olympischen Spiele als Fahnenträger in das Nationalstadion von Peking führen. "Es ist eine große Ehre. Es wird ein Wahnsinnsgefühl sein. Ich freue mich sehr auf Freitag", sagte der NBA-Profi der Dallas Mavericks bei seiner Vorstellung im Deutschen Haus im Hotel Kempinski in der chinesischen Hauptstadt. Vor vier Jahren in Athen hatte Springreiter Ludger Beerbaum das deutsche Olympia-Team angeführt.

"Wir haben uns die Wahl nicht leicht gemacht. Es war eine Wahl für Dirk Nowitzki, der die olympische Idee authentisch verkörpert, und nicht gegen einen Sportler oder eine Sportlerin", sagte Michael Vesper, Generalsekretär des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Chef de Mission.

Der Würzburger Nowitzki, der sich die olympischen Ringe in die Haare rasiert hat, ist der erste Basketballer, der die deutsche Fahne trägt. Er hatte sich mit der Nationalmannschaft erst im Juli für die Olympischen Spielen qualifiziert. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Seit elf, zwölf Jahren haben wir es versucht und waren immer sehr nah dran. Insofern ist das eine Riesensache", meinte Nowitzki. Er sei ein wenig überrascht über seine Wahl zum Fahnenträger: "Mir ist klar, dass es Athleten gibt, die auch eine super Karriere hatten und die es verdient hätten." Gleichzeitig ließ er keinen Zweifel an der Richtigkeit seiner Wahl: "Ich habe in den vergangenen Jahren für den deutschen Basketball viel getan, nicht nur in der NBA, sondern auch in der Nationalmannschaft."

Mit Nowitzkis Nominierung hat DOSB-Generaldirektor Michael Vesper mit der Tradition gebrochen, dass nur gestandene Olympioniken wie Schützen oder Reiter die Fahne ins Stadion tragen. Nowitzkis Begeisterung für die olympischen Ideale sei "authentisch", ist Vesper überzeugt. Der Basketballer sei ein Teamplayer, "einer, der das Big Business kennt und trotzdem bescheiden geblieben ist".

Die Entscheidung für den 30-jährigen Super-Star ist sicher auch ein Zeichen für ein Umdenken im DOSB. "Wir erhoffen uns, dass jetzt der Funke überspringt", erklärt Vesper, "und dass sich junge Leute für die olympische Idee begeistern." Das sei ein "erhoffter und erwünschter Effekt".

Nowitzki ist als einer der besten Spieler der nordamerikanischen Basketball-Liga (NBA) zum Millionär geworden. Als erster Europäer wurde er zum wertvollsten Spieler einer NBA-Saison gewählt. Der 30-Jährige gewann mit der deutschen Nationalmannschaft 2002 die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft und drei Jahre später Silber bei der Europameisterschaft.