US-Lager Guantanamo Bay

Freigesprochen und eingesperrt

Freigesprochen und trotzdem ein Leben lang hinter Gitter. Was in den Ohren eines jeden rechtstaatlich denkenden Menschens wie Spott klingen muss - im US-Lager Guantánamo Bay auf Kuba ist es Realität.

Washington. Einige Gefangene des US-Lagers Guantanamo Bay auf Kuba müssen dem US-Verteidigungsministerium zufolge auch bei einem Freispruch mit weiterer Haft rechnen. Selbst wenn eine Jury sie für unschuldig halte, "würden wir sie als feindliche Kämpfer betrachten und wahrscheinlich hinterher noch eine Zeitlang festhalten", sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell. "Es gibt einen erheblichen Anteil von Gefangenen in Guantanamo, die wahrscheinlich nie freigelassen werden, weil sie eine Gefahr für die Welt darstellen", sagte der Sprecher weiter.

Eine Militär-Jury beendete unterdessen am Dienstag in Guantanamo den zweiten Tag ihrer Beratungen im Prozess gegen den ehemaligen Fahrer von Terroristenchef Osama bin Laden, Salim Ahmed Hamdan. Ihm wird Verschwörung, Unterstützung von Terroristen sowie Waffenschmuggel vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht dem aus dem Jemen stammenden Mann lebenslange Haft. Laut Pentagon-Sprecher Morrell gibt es Pläne für mindestens 20 weitere solcher Verfahren. In Guantanamo Bay sitzen derzeit rund 270 Gefangene ein.