Türkei: Bombenanschläge in Istanbul

Zahl der Toten gestiegen

Einen Tag nach den Explosionen ist die Zahl der Toten auf 17 gestiegen. Sieben Verletzte schweben in Lebensgefahr. Die Polizei ist weiter überzeugt, dass die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK für die Anschläge verantwortlich ist.

Istanbul. Einen Tag nach den beiden Bombenanschlägen in der türkischen Metropole Istanbul ist die Zahl der Toten auf 17 gestiegen. Die amtliche Nachrichtenagentur Anatolien meldete weiter, insgesamt 150 Menschen seien verletzt worden. Sieben Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Ministerpräsident Tayyip Erdogan sagte nach Angaben eines Regierungsvertreters die wöchentliche Kabinettssitzung ab, um sich am Tatort persönlich ein Bild von der Lage zu verschaffen.

Zu dem schwersten Anschlag in der Türkei seit 2003 lag bis Montag keine Selbstbezichtigung vor. In der Vergangenheit hatten kurdische Separatisten, Linksextremisten und Islamisten Bombenanschläge in Istanbul verübt. Zeitungsberichten zufolge wurden im Zusammenhang mit den Anschlägen drei Menschen festgenommen. Die Polizei konzentriere ihre Ermittlungen auf die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK.

Die Anschläge erhöhten die wegen des möglichen Verbots der regierenden AKP-Partei schon hohen innenpolitischen Spannungen. Das Verfassungsgericht begann am Montag seine Schlussberatungen über den Verbotsantrag, der mit islamistischen Tendenzen der Partei begründet ist. Das Urteil wird Anfang August erwartet.

( Reuters )