Westindien: Explosionen in Serie

Viele Tote bei Bombenexplosionen

Bei 16 Bombenexplosionen sind in der westindischen Stadt Ahmedabad mindestens 15 Menschen getötet und über 100 verletzt worden.

Neu Delhi. Wie der Entwicklungsminister des Bundesstaates Gujarat, Nitin Pastel, weiter mitteilte, wurden mehr als 100 Menschen verletzt. Die Täter hatten zahlreiche der vermutlich auf Fahrrädern angebrachten Sprengsätze mitten in verschiedenen Märkten gezündet, auf denen zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Menschen unterwegs waren.

Einige Explosionen gab es nach Angaben der Behörden aber auch vor Krankenhäusern, in denen Verletzte behandelt werden sollten. Dies spreche für einen detailliert geplanten Anschlag.

Die Sprengsätze seien alle innerhalb von 45 Minuten explodiert, hieß es weiter. Bisher habe sich keine militante Gruppierung zu der Tat bekannt. Staatspräsidentin Pratibha Patil verurteilte die Gewalt und rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Es gehe jetzt vor allem darum, die Ordnung aufrecht zu erhalten.

Die Behörden befürchteten, dass die Bombenserie in Ahmedabad, dem wirtschaftlichen Zentrum des Bundesstaates Gujarat, zu erneuten Spannungen zwischen Hindus und Muslimen führen könnte. Gujarat war wiederholt Schauplatz blutiger Unruhen. Im Februar 2002 hatten Muslimextremisten dort einen Zug mit Hindupilgern in Brand gesteckt. Das Massaker löste Unruhen aus, bei denen bis zu 3000 Menschen ums Leben kamen, die meisten von ihnen Muslime.