Event bei Airbus

A380 wird in Hamburg ausgeliefert

Am kommenden Montag wird auf dem Airbus-Werk in Finkenwerder Geschichte geschrieben. Der Chef der Airline Emirates, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, wird das erste in Hamburg ausgelieferte Flugzeug persönlich in Empfang nehmen.

Der Weg war steining, aber am Ende sind alle glücklich. Nach 13 Jahren endet ein langer Weg für die 12 000 Airbus-Mitarbeiter im Hamburger Werk, der mit etlichen Schwierigkeiten gepflastert war - jahrelanger Streit um die Werkserweiterung, Demonstrationen und wiederholte Lieferverzögerungen wegen der Kabelprobleme beim Superjet.

Erleichtert wird deshalb am Montag die Auslieferung des A380 bei der festlichen Veranstaltung mit vielen prominenten Gästen gefeiert.

Seine Hoheit, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, wird den Flieger persönlich in Hamburg abholen. Der 50-Jährige gehört zum Führungsclan der Vereinigten Arabischen Emirate und ist Chef der boomenden Airline Emirates.

Nachdem die ersten fünf Flugzeuge des A380 an Singapore Airline aus dem französischen Standort Toulouse kamen, sind nun erstmals die Hamburger dran. In der Hansestadt holen fortan alle Airlines aus dem Nahen Osten und Europa ihre Riesenflieger ab, bisher sind 119 Stück fest verabredet.

Am französischen Standort Toulouse werden Kunden aus dem Rest der Welt bedient, unter anderem Großbesteller aus Ostasien und Australien.

Der fünfstündige Abnahmeflug der A380 verlief über der Nordsee reibungslos, so dass der Übergabe an Emirates nichts mehr im Wege steht. Emirates setzt auf den Super-Jumbo mit Platz für bis zu 853 Passagiere, um das Drehkreuz Dubai auszubauen. Der erste doppelstöckige Airbus wird aber nur 489 Plätze haben, weil er auf der Ultra-Langstrecke eingesetzt werden soll.

Emirates hat mit 58 Flugzeugen den Löwenanteil der bisher fest bestellten 198 Maschinen geordert. Das Auftragsvolumen beträgt insgesamt 18,8 Milliarden US-Dollar, das sind 11,7 Milliarden Euro. Im Schnitt sind für eine A380 327,4 Millionen Dollar (206,7 Millionen Euro) hinzublättern.

Was genau passiert bei der Auslieferung? "Das ist unheimlich viel Papierkram", sagt Airbus-Sprecherin Nina Pretzlick. Das Prozedere läuft über mehrere Tage - alles ist streng geregelt, Checklisten sind abzuarbeiten. "Dabei wird dem Kunden das Flugzeug in allen Details präsentiert", sagt Pretzlick. "Von der Nase des Flugzeuges, über den Turbinenauslass des Hilfstriebwerks im Heck, die Bemalung, die Rumpf- Außenhaut, die Tragflächen bis hin zu den Triebwerksverkleidungen."

Danach geht es innen im Flieger weiter, vom Teppichboden über Sitze, Verkleidungen und Küchen bis zum TV-Schirm im Passagiersitz wird alles unter die Lupe genommen. 10 Emirates-Angestellte, darunter ein Pilot, und 25 Airbus-Mitarbeiter sind an der Abnahme beteiligt. Nach der Inspektion von Cockpit, Kabine und Frachträumen folgen die Systemtests, zum Beispiel für Hydraulik, Elektrik, Funk, Navigation, und ein Test der Triebwerksläufe am Boden.

Alle Parameter werden protokollartig im CAM (Customer Acceptance Manual) festgehalten und Emirates schließlich übergeben. Zum Schluss sitzt man feierlich zusammen, es folgt die offizielle Übergabe, der Transfer of Title. Bis zu 20 Unterschriften sind zu leisten. Dann gibt es auch den Anruf der Bank, dass das Geld für den Flieger auf dem Airbus-Konto eingegangen ist. Schon am 1. August steht der erste Emirates-Linienflug von Dubai nach New York auf dem Plan. "Der amerikanische Kontinent ist einer unserer Schlüsselmärkte", sagt Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum. "Wir freuen uns, als weltweit erste Airline mit dem A380 im Liniendienst dorthin zu fliegen." Über eines hüllen sich aber Emirates und Airbus in Schweigen: Wie lange es eigentlich eine Garantie auf den A380 gibt.