Techno: Loveparade in Dortmund

Neuer Besucherrekord bei der Loveparade

Techno- und Partyfans tanzten unter dem Motto "Highway to love" durch Dortmund. 37 Musikwagen nahmen an dem Umzug teil, zu dem so viele Besucher wie noch nie zuvor kamen.

Dortmund. Für die Techno-Parade war ein Stück der Schnellstraße B 1 gesperrt worden. Rund 1,6 Millionen Besucher zählte die Stadt. Das bedeutet einen neuen Teilnehmerrekord in der Geschichte der Parade. Die bisher höchste Zahl hatte das damals noch als Demonstration geltende Musikspektakel 1999 in Berlin mit 1,5 Millionen verzeichnet.

"Wir haben im Ruhrgebiet die richtige Heimat gefunden", sagte der Geschäftsführer des Veranstalters Lopavent, Rainer Schaller. "Die Zahl zeigt, die Region ist begeisterungsfähig", sagte Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer (SPD). Die Parade verlief bis zum frühen Abend aus Sicht der Polizei friedlich.

Die 1989 in Berlin gegründete Techno-Parade war im vergangenen Jahr durch Essen und damit zum ersten Mal durch das Ruhrgebiet gezogen. Nach Dortmund soll das Spektakel noch in Bochum (2009), Duisburg (2010) und Gelsenkirchen (2011) stattfinden.

Den Startschuss für das Musikfestival hatte DJ WestBam am frühen Nachmittag mit einer eigens komponierten Hymne zum Paradenmotto gegeben. Unter dem Jubel tausender teilweise schrill gekleideter Techno- und Partyfans setzte sich anschließend ein Umzug von 37 Musikwagen, sogenannten Floats, in Bewegung. Sie kamen aus rund 15 Ländern wie etwa Australien, Südkorea, Ukraine oder der Türkei. Auch die Städte Dortmund und Duisburg waren vertreten.

Kräftige Regengüsse bei ansonsten teilweise sonnigem Wetter trübten die Laune der Feiernden nicht. Auf eine "richtig geile Party mit guter Musik, coolen Leuten und Spaß" freute sich Tine (20) aus Dortmund. Auf "außergewöhnliche Personen", die "lustig anzusehen" sind, waren drei 16-jährige Mädchen aus Schwerte aus. "Bis 20 Uhr" wollten sie allerdings schon wieder zu Hause sein. Anders dagegen Michel (21) aus Rosenheim, der sich am Sonnabend mit seiner Freundin 13 Stunden in Nahverkehrszüge setzte, um dabei zu sein: Der Maler wollte am Sonntagmorgen um 04.00 Uhr die Heimreise antreten - und bis dahin durchfeiern.

Den tanzwütigen Massen heizten insgesamt mehr als 250 Discjockeys ein, darunter zahlreiche prominente Musiker. Beim Abschlusskonzert, das am späten Nachmittag vor den Dortmunder Messehallen begann, sollten unter anderem das Elektronik-Duo Underworld sowie die DJs Moby, Paul van Dyk und Armin van Buuren auftreten. Die Parade wurde nach Veranstalterangaben in 53 Ländern live im Fernsehen gezeigt, darunter in Australien, China, Irak, Ungarn oder auf den Salomon-Inseln.