Lottoverband: Keine öffentlichen Ziehungen

Glücksspielsendungen vor dem Aus

Nach dem Ende der "5 Millionen SKL Show" bei RTL sieht der Deutsche Lottoverband auch andere TV-Sendungen wie die Ziehung dern Lottozahlen vor dem Aus.

Hamburg. Nach dem Ende der "5 Millionen SKL Show" bei RTL sieht der Deutsche Lottoverband, ein Zusammenschluss privater Lottovermittler, auch andere TV-Sendungen wie die Ziehung der Lottozahlen vor dem Aus. Nach dem seit Jahresbeginn geltenden Glücksspielstaatsvertrag drohe auch Sendungen wie "Aktion Mensch" (ZDF), der ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" und der NDR-Umweltlotterie "Bingo" das Ende, teilte der Verband am Donnerstag in Hamburg mit. Ebenso werde sich die "Lottofee" der öffentlichen Ziehungen der Lottozahlen in der ARD und im ZDF "einen neuen Job suchen müssen". Laut Staatsvertrag darf im Fernsehen nicht mehr für öffentliche Glücksspiele geworben werden.

Nach Ansicht des Lottoverbandes geht es nicht nur um Sendeplätze im Fernsehen, sondern um das Überleben von Lotto und Lotterien, die auf Werbung angewiesen seien "und die einen maßgeblichen Beitrag zur Finanzierung von Sozial-, Breitensport- und Kulturprojekten leisten".

Die im Staatsvertrag festgelegte Reduzierung der Werbung entziehe 10 000 kleinen Läden und Kiosken ihre Existenzgrundlage. "Systematisch wird die deutsche Glücksspielkultur zerstört", erklärte der Präsident des Deutschen Lottoverbandes, Norman Faber. "Es stehen nicht nur rund 35 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, sondern wenn am 1.1.2009 auch das Internetverbot für Lotto in Kraft tritt, werden den Bundesländern jährlich mehr als 1 Milliarde Euro fehlen."

( dpa )