Doping: Saunier Duval zieht Mannschaft zurück

Etappensieger Ricco positiv getestet

Die 95. Tour de France hat offenbar ihren dritten und prominentesten Dopingfall: Der zweimalige Etappensieger Riccardo Ricco (Italien) ist bei einer Urin-Kontrolle positiv auf EPO getestet worden.

Narbonne. Die 95. Tour de France hat offenbar ihren dritten und prominentesten Dopingfall: Der zweimalige Etappensieger Riccardo Ricco (Italien) ist bei einer Urin-Kontrolle positiv auf EPO getestet worden. Der spanische Rennstall Saunier Duval zog direkt die Konsequenzen aus dem Vorfall um seinen Kapitän und schickte die Mannschaft erst gar nicht mehr zum Start der 12. Etappe nach Lavelanet.

Bei dem Befund soll es sich um ein EPO-Produkt der dritten Generation handeln. Das berichtet die französische Sporttageszeitung L'Equipe. Die Probe wurde nach der vierten Etappe bei der Tour entnommen.

Ricco hatte die beiden Bergetappen in Super-Besse Sancy und Bagneres-de-Bigorre gewonnen. Der Giro-Zweite war nach der elften Etappe am Mittwoch Gesamtneunter und fuhr im Trikot des Berg-Königs.

Beinahe sprachlos zeigte sich Hans-Michael Holczer, der Chef vom Team Gerolsteiner: "Dazu fällt mir nichts mehr ein. Ich gehe jetzt davon aus, das Ricco nicht der letzte Dopingsünder ist. Man darf es ja kaum laut sagen, aber bei ihm hatten es viele erwartet," sagte Holczer.

Vor Ricco waren bereits der Spanier Manuel Beltran (Liquigas) und erst am Mitwoch auch sein Landsmann Moises Duenas Nevado (Barloworld) ebenfalls positiv auf EPO getestet worden. Im Gepäck von Duenas Nevado wurden zudem bei einer Razzia in seinem Hotelzimmer zahlreiche medizinische Utensilien sowie verdächtige Substanzen sichergestellt. Dabei fanden die Dopingfahnder auch ein in Frankreich verbotenes Produkt. Duenas Nevado droht nun sogar eine Gefängnisstrafe.

( sid )