Autobahn-Rambos: Schon zwölf Unfallopfer

Rücksichtslose Laster-Fahrer im Visier

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission könnten in der EU jährlich bis zu 2500 Menschenleben gerettet werden, wenn alle Nutzfahrzeuge Assistenzsysteme hätten.

Langenfeld. Rücksichtslose Lastwagenfahrer sollen verstärkt ins Visier genommen werden. Bis Ende Juni seien in diesem Jahr bei 136 Stau-Unfällen mit Lastern bereits 12 Menschen getötet, 42 schwer und 180 leicht verletzt worden. Das berichtete NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) heute bei einer Kontrolle auf der Autobahn A 3 (Köln-Oberhausen). Gemeinsam mit dem Bundesamt für Güterverkehr und dem Zoll sollen systematische große Prüf-Aktionen intensiviert werden. Ihre Klientel: Rasende, drängelnde, müde und abgelenkte Fahrer. Wolf forderte von den Spediteuren, freiwillig technische Hilfen für Abstandswarnung und Notbremsungen sowie Spurhaltesysteme einzusetzen.

Die häufigsten Ursachen für Lkw-Unfälle seien Abstands- und Geschwindigkeitsverstöße neben Übermüdung und Unaufmerksamkeit. "Lkw-Fahrer, die bei Tempo 90 Zeitung lesen, mit dem Handy am Ohr telefonieren oder sich während der Fahrt Kaffee kochen, handeln verantwortungslos und müssen mit Konsequenzen rechnen", betonte der Minister.

Nach Schätzungen der Europäischen Kommission könnten in der EU jährlich bis zu 2500 Menschenleben gerettet werden, wenn alle Nutzfahrzeuge Assistenzsysteme hätten. "Wo Menschen versagen, kann Technik Leben retten. Sie senkt die Aufprallgeschwindigkeit deutlich und hilft, schwere Unfallfolgen zu vermeiden", unterstrich Wolf.

( dpa/lnw )