USA wollen diplomatische Vertretung im Iran öffnen

Die USA wollen einem Zeitungsbericht zufolge das erste Mal seit fast 30 Jahren wieder eine diplomatische Vertretung im Iran öffnen.

London. Die USA wollen einem Zeitungsbericht zufolge das erste Mal seit fast 30 Jahren wieder eine diplomatische Vertretung im Iran öffnen. Die Pläne sollten im kommenden Monat bekanntgegeben werden, berichtet die britische Zeitung "The Guardian" heute aus Washington ohne Quellenangabe. Geplant sei eine Interessenvertretung wie jene auf Kuba, die unter anderem die Visavergabe erleichtern soll.

Die USA haben im Iran seit dem Geiseldrama im Jahr 1979 keine Botschaft mehr. Um die US-Anliegen kümmert sich derzeit die Schweizer Botschaft. Die Rückkehr von US-Diplomaten in die iranische Hauptstadt Teheran sei abhängig von der Zustimmung der politischen Führung in Teheran, schrieb der "Guardian".

Schon zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach die USA eine Interessenvertretung im Iran planen. Am Wochenende hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad dies begrüßt. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte zudem gesagt, sie würde gerne sehen, dass mehr Iraner die USA besuchten. Derzeit müssen Iraner nach Dubai oder Istanbul, um ein Visum zu beantragen.

Erst am Mittwoch hatte die US-Regierung bestätigt, dass erstmals ein hochrangiger US-Diplomat an Verhandlungen mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm teilnehmen wird. Staatssekretär William Burns wird demnach am Wochenende nach Genf zum geplanten Treffen des EU-Außenbeauftragten Javier Solana mit dem iranischen Atomunterhändler Said Dschalili reisen.

( dpa )