Vermittlung: Hisbollah übergibt tote israelische Soldaten

Gefangenenaustausch an israelisch-libanesischer Grenze

An der israelisch-libanesischen Grenze hat am Mittwochmorgen der unter deutscher Vermittlung ausgehandelte Gefangenenaustausch zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah begonnen.

Rosch Hanikra/Israel. An der israelisch-libanesischen Grenze hat am Mittwochmorgen der unter deutscher Vermittlung ausgehandelte Gefangenenaustausch zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah begonnen. Die Leichen von zwei israelischen Soldaten wurden an israelische Rechtsmediziner übergeben, die die Identität der Toten überprüfen sollen, wie das israelische Fernsehen berichtete. Die Leichen sollen gegen fünf libanesische Gefangene ausgetauscht werden, die in Israel inhaftiert waren.

Der Sender zeigte am Mittwochmorgen zwei Särge, die vermutlich die sterblichen Überreste der Soldaten enthielten. Die Särge wurden an der libanesisch-israelischen Grenze in Fahrzeuge des Roten Kreuzes verladen. Die Hisbollah hatte sich nie über das Schicksal der Soldaten geäußert, Israel ging aber seit längerem davon aus, dass die beiden tot sind.

Wartende Familienangehörige, Freunde und Nachbarn der beiden toten Israelis brachen in Tränen aus, als sie die Fernsehbilder mit den Särgen sahen. Letzte Hoffnungen, dass die beiden Soldaten doch noch am Leben sein können, hatten sich damit zerschlagen. Mehrere Trauergäste sprachen vom einem schwarzen Tag für Israel und schworen der Hisbollah Rache.

DNA-Tests durch israelische Gerichtsmediziner sollen zunächst ihre Identität klären. Anschließend sollen die beiden Soldaten gegen die fünf libanesische Gefangenen ausgetauscht werden. Die Gefangennahme der Soldaten löste einen einmonatigen Krieg aus, bei dem es den israelischen Streitkräften aber nicht gelang, sie zu befreien.

Unter den Hisbollah-Kämpfern, die freikommen sollen, ist der wegen Mordes an vier Israelis, darunter zwei Kinder, zu mehrfacher lebenslanger Haft verurteilte Samir Kantar. Außerdem will Israel gemäß einem internen Papier des Bundeskanzleramts die sterblichen Überreste von mehr als 190 libanesischen und palästinensischen Kämpfern übergeben, darunter auch die sterblichen Überreste von acht Hisbollah-Kämpfern aus einem früheren Libanon-Krieg. Darüber hinaus wolle Israel als Zeichen des guten Willens eine Anzahl palästinensischer Gefangener freilassen. Über die Zahl entscheidet Israel, heißt es in dem Papier.

Die Hisbollah verpflichtete sich den Angaben zufolge, zusätzlich zu den beiden offenbar verstorbenen israelischen Soldaten einen Bericht über die eigenen Bemühungen zu übergeben, das Schicksal des 1986 in einem Kampfflugzeug abgeschossenen Offiziers Ron Arad aufzuklären.