Offiziell:

Schaeffler bietet für Continental

Die fränkische Schaeffler-Gruppe bietet pro Aktie 69,37 Euro in bar, so das Unternehmen in einer Börsenmitteilung.

Herzogenaurach. Die fränkische Schaeffler-Gruppe hat für den Autozulieferer Continental ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das teilte das Unternehmen in einer Börsenmitteilung am Dienstagabend mit. Schaeffler bietet danach 69,37 Euro pro Aktie in bar.

Das Angebot wurde unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen abgegeben. Schaeffler halte derzeit 2,97 Prozent Aktien an der Continental Aktiengesellschaft, die zu den größten Autozulieferern der Welt gehört.

Conti wehrt sich gegen das Vorgehen des Familienunternehmens und hat die Finanzaufsicht BaFin zu Hilfe im Abwehrkampf gerufen. Die BaFin hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bereits eine interne Untersuchung eingeleitet. Um die genauen Ziele von Schaeffler gibt es Rätselraten, da das Familienunternehmen bisher schweigt. Am Conti-Stammsitz Hannover wird eine Zerschlagung des Traditionskonzerns sowie ein Jobabbau befürchtet. Nach den massiven Gewinnen am Vortag legte die Conti-Aktie am Dienstag an der Börse erneut deutlich zu.

Der niedersächsische SPD-Landtagsfraktionschef Wolfgang Jüttner sagte, eine mögliche Übernahme von Conti durch Schaeffler sei eine "Bedrohung" für die Conti-Beschäftigten, für den Konzern und für den Standort Hannover. Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) sprach von einer "unübersehbaren Gefahr" für die Conti-Arbeitsplätze.

Autoexperte Wolfgang Meinig von der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft geht davon aus, dass Schaeffler und Conti generell gute Partner sein würden. "Von der Produktpalette her macht ein Zusammengehen Sinn." Zu bezweifeln sei allerdings, ob ein möglicher neuer Eigentümer die Reifensparte von Conti halten werde. "Das ist ein hartes und enges Geschäft, die Lieferanten sind schnell austauschbar", sagte Meinig.

Auch andere Branchenkenner gehen von einer Abspaltung der Reifensparte aus. Es wird sogar schon darüber spekuliert, dass Schaeffler weltweit sondiert, ob japanische oder italienische Reifenhersteller Interesse an der Reifensparte haben.

( dpa )