Hamburg: Mittelfristige Zusammenarbeit

Salzgitter steigt bei NA ein

Der Stahlhersteller Salzgitter hat 5,8 Prozent an der Kupferhütte Norddeutsche Affinerie gekauft und will nun eine engere Kooperation prüfen.

Salzgitter/Hambur. Der Stahlhersteller Salzgitter hat 5,8 Prozent an der Kupferhütte Norddeutsche Affinerie (NA) gekauft und will eine engere Kooperation prüfen. Beide Unternehmen wollten eine mittel- und langfristige Zusammenarbeit beispielsweise in der Produktion, der Forschung und Entwicklung sowie in Absatz und Beschaffung prüfen, teilte Salzgitter heute mit. A

NA-Chef Bernd Drouven begrüßte das Engagement: "Ich freue mich über das Engagement der Salzgitter AG, die sich als branchennahes Unternehmen mit unserem Geschäft auskennt." Einen besonderen Sinn sehe er in einer Zusammenarbeit zum Know-how-Transfer zum Beispiel bei Forschung und Entwicklung. Die NA strebt nach der Übernahme des belgischen Unternehmens Cumerio eine weltweite Spitzenstellung als integrierter Kupferkonzern an.

Laut einem Salzgitter-Sprecher werden derzeit aber keine Gespräche über einen weiteren Anteilskauf geführt. Wer der Verkäufer des 5,8-prozentigen Pakets ist, wollte er nicht sagen. Vergangene Woche hatte die österreichische Industriegruppe A-Tec bestätigt, dass sie sich von einem neun-prozentigen NA-Aktienpaket getrennt hat. Dies erfolgte auf Geheiß des Bundeskartellamts.

Die NA hatte sich im Übernahmepoker um die belgische Kupferhütte Cumerio zuletzt im Zwist mit A-Tec durchgesetzt und die Führungsrolle bei der Neuordnung der europäischen Kupferindustrie damit behauptet. Mit dem Einstieg von Salzgitter dürfte bei der Aktionärsstruktur der NA nun wieder mehr Ruhe einkehren. Der österreichische Industrielle Mirko Kovats hatte sich mit Beteiligungen an der NA und an Cumerio zu einem wichtigen Spieler gemacht. Dies hatte auch die Stadt Hamburg auf den Plan gerufen.

Am Finanzmarkt war die Reaktion nach dem jüngsten Kursschub nach den ersten Berichten verhalten. Seit vergangenem Donnerstag, als zum ersten Mal über einen Einstieg Salzgitters spekuliert worden war, war der Börsenwert der im MDAX notierten NA um rund zehn Prozent gestiegen. Am Dienstag standen NA-Titel aber in einem schwachen Gesamtmarkt unter Druck. Die Titel gaben 2,17 Prozent auf 35,22 Euro nach. Salzgitter-Titel büßten 2,2 Prozent auf 102,31 Euro ein.

Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe sieht beim Einstieg von Salzgitter noch weiteres Potenzial: "Ich glaube, mit der Beteiligung von 5,8 Prozent ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht." Die Aktien der NA seien unterbewertet und Salzgitter habe das nötige Geld.