Stuttgart: Verurteilungen im Terrorprozess

Mehrjährige Haftstrafen verhängt

Wegen eines geplanten Anschlags auf den früheren irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi sind die drei Angeklagten des Stuttgarter Terrorprozesses zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Stuttgart. Im Stuttgarter Terrorprozess wegen eines geplanten Anschlags auf den früheren irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi sind die drei Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der Hauptangeklagte Ata R. (34) muss für zehn Jahre ins Gefängnis, sein Komplize Mazen H. (27) für sieben Jahre und sechs Monate. Der "Chefplaner" des Anschlags, Rafik Y. (33), erhielt eine Strafe von acht Jahren Haft.

Das Gericht sah es heute als erwiesen an, dass die drei Iraker Mitglieder in einer ausländischen Terrorvereinigung waren und versucht haben, Allawi bei dessen Deutschlandbesuch im Jahr 2004 zu ermorden. Die Richterin sagte, der Rädelsführer Ata R. "war in Deutschland als wichtiges führendes Mitglied für die irakische Terrorvereinigung Ansar al-Islam tätig. Er stand in regelmäßigem engen und vertrauensvollen Kontakt zu höchsten Führungskadern der Organisation". Der Prozess hatte im Juni 2006 begonnen.

Mazen H. soll enger Vertrauter von Ata R. und im Falle von dessen Festnahme als Nachfolger vorgesehen gewesen sein. Alle drei sollen Spenden gesammelt und neue Mitglieder rekrutiert haben. Ata R. soll als "Emir von Deutschland" mit Mazen H. den Auftrag für das später vereitelte Attentat auf Allawi gegeben haben.