Bischof-Wahl

Gerhard Ulrich wird neuer Bischof im Norden

Die evangelisch-lutherische Nordelbische Kirche hat den Propst Gerhard Ulrich aus Kappeln an der Schlei zum neuen regionalen Bischof in Schleswig-Holstein gewählt. Er gewann die Wahl gegen den Hamburger Propst Horst Gorski.

Schleswig. Der Wirbel um die Kandidatur des bekennenden homosexuellen Hamburger Propstes Horst Gorski hatte der Entscheidung der Landessynode am Sonnabend im Dom zu Schleswig besondere Aufmerksamkeit verschafft. Gorski unterlag jedoch im ersten Wahlgang; er bekam nur 56 Stimmen. Ulrich erhielt 77 und damit sechs mehr, als er für die einfache Mehrheit brauchte.

Die Synode hat 140 Mitglieder. An der Wahl nahmen 136 teil. Es gab drei Enthaltungen. Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (NEK) vertritt rund 2,1 Millionen Christen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Bislang war sie in drei Sprengel eingeteilt, denen jeweils ein Bischof beziehungsweise eine Bischöfin vorstand.

Ab dem 1. Oktober gilt jedoch die 2007 beschlossene Reform. Der gerade gewählte Bischof Ulrich mit Sitz in Schleswig wird für den Sprengel Schleswig und Holstein und damit für den gesamten Norden der Kirche einschließlich der Landeshauptstadt Kiel zuständig sein. Bischöfin Maria Jepsen leitet den Sprengel Hamburg-Lübeck.

Anfang Juni 2009 wird dann ein Landesbischof oder eine Landesbischöfin mit Sitz in Kiel gewählt, bevor schließlich nach der vorgesehenen Bildung der Nordkirche mit Mecklenburg und Pommern der landesbischöfliche Sitz 2012 nach Lübeck verlegt werden soll.

Am 8. November wird Gerhard Ulrich in Schleswig in sein Bischofsamt eingeführt. Er ist auf zehn Jahre gewählt und bildet mit Bischöfin Jepsen und dem 2009 zu wählenden Landesbischof den Bischofsrat und gehört der Kirchenleitung an.

Synodenpräsident Hans-Peter Strenge erklärte: "Gerhard Ulrich wird uns als echter Nordelbier ein guter Bischof sein." Schließlich sei Ulrich in Hamburg groß geworden, habe dort als Gemeindepastor gearbeitet und sich später in Preetz und in Kappeln in Leitungsämtern bewährt.

Strenge sprach von einem respektablen Ergebnis für den Hamburger Gorski. Die öffentliche Diskussion über die Homosexualität war nach Einschätzung der leitenden Gremien weitgehend ohne Bedeutung für die Wahl. Auch künftig gelte innerhalb der Nordelbischen Kirche ein breiter Konsens, dass Homosexualität kein Hindernis für ein leitendes geistliches Amt sei.

Gorski selbst sagte vor Journalisten, die Homosexualität habe bei der Abstimmung keine Rolle gespielt. Vielmehr sei es eher eine Stadt-Land-Diskussion gewesen.