BKA: warnte Bundesländer

PKK drohte Bundesregierung vor der Entführung

Bereits eine Woche vor der Entführung der drei deutschen Bergsteiger in der Türkei haben Führungskader der Kurdischen Arbeiterpartei PKK der Bundesregierung gedroht.

Hamburg. Bereits gut eine Woche vor der Entführung der drei deutschen Bergsteiger in der Türkei haben Führungskader der Kurdischen Arbeiterpartei PKK die Bundesregierung offenbar vor "negativen Konsequenzen" ihrer Kurdenpolitik gewarnt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag.

Der Exekutivrat der "Vereinigten Gemeinschaften Kurdistans" habe Ende Juni in einer Botschaft gefordert, die "feindliche Politik gegen das Kurdische Volk und seine Befreiungsbewegung" aufzugeben. Die deutsche Regierung trage sonst "alle entstehenden negativen Konsequenzen", heißt es in einem Bericht.

Kurz darauf habe zudem die türkische Polizei an das Bundeskriminalamt (BKA) gemeldet, in kurdischen Kreisen innerhalb der Türkei herrsche Unruhe. Möglicherweise könne es zu Anschlägen und Entführungen kommen. Das BKA habe die Länder-Innenministerien daraufhin am 2. Juli gewarnt, dass es Informationen gebe, nach denen Anschläge und Entführungen in der Türkei künftig nicht ausgeschlossen werden könnten.

Auch Innenstaatssekretär August Hanning sagte dem Magazin, es habe schon vorher Hinweise aus der Türkei gegeben. Nun müsse man sich möglicherweise auch im Inland auf eine neue Gefahrenlage einstellen, wird der Staatssekretär im Bundesinnenministerium zitiert.

PKK-Rebellen hatten die drei Männer aus Bayern im Alter von 33, 47 und 65 Jahren am Dienstagabend während der Besteigung des höchsten Bergs der Türkei, des 5.137 Meter hohen Ararats, entführt. Bislang gibt es von ihnen kein Lebenszeichen.