Tarifkonflikt: Streik noch offen

Lufthansa verbessert Angebot

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In der vierten Verhandlungsrunde bietet Personalvorstand Stefan Lauer der Gewerkschaft ver.di an, die Gehälter der 50000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine in zwei Schritten um insgesamt 6,7 Prozent zu erhöhen.

Frankfurt/Main. Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa hat das Unternehmen ein höheres Angebot vorgelegt, einen möglichen Streik zunächst aber noch nicht abwenden können.

In der vierten Verhandlungsrunde bot Personalvorstand Stefan Lauer der Gewerkschaft ver.di am Mittwoch an, die Gehälter der 50 000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine in zwei Schritten um insgesamt 6,7 Prozent zu erhöhen, wie eine Sprecherin mitteilte. Zusätzlich würde einmalig ein Prozent eines Jahresgehalts gezahlt. Die Laufzeit des Vertrages soll 21 Monate bis Ende Februar 2010 betragen.

Am Nachmittag dauerten die Verhandlungen noch an. ver.di wollte das neue Angebot zunächst nicht kommentieren. ver.di-Sprecher Harald Reutter sagte, er rechne damit, dass es entweder noch in der laufenden Runde zu einem Abschluss kommt oder aber die Gespräche scheitern. Dann wären eine Urabstimmung und ein Streik möglich.

ver.di-Verhandlungsführer Erhard Ott hatte das Treffen zum Auftakt nochmals als "letzte Chance" bezeichnet, um Streiks zu verhindern. Lufthansa-Personalvorstand Lauer erklärte dagegen einer Sprecherin zufolge, es gebe keinen Grund für einen Streik.

Die Gewerkschaft war mit einer Forderung von 9,8 Prozent mehr Geld bei 12 Monaten Laufzeit in die Verhandlung gegangen. Lufthansa hatte zunächst 5,5 Prozent in zwei Schritten bei 18 Monaten Laufzeit angeboten. Dies hatte die Gewerkschaft ver.di angesichts der Rekordgewinne des Unternehmens als deutlich zu niedrig abgelehnt.

Die Gespräche finden unabhängig von den Verhandlungen für Piloten der Lufthansa-Töchter statt. Hier hatten die Piloten am Montag mit einem ganztägigen Streik massive Flugausfälle verursacht. Auch ver.di hatte bereits mit Warnstreiks den Flugplan der Lufthansa erheblich durcheinander gewirbelt.

Die Vereinigung Cockpit, die für die Piloten zuständig ist, zeigte sich am Mittwoch zuversichtlich, dass für die Piloten der Lufthansa-Beteiligung Germanwings eine Einigung gefunden werden könne. Hier habe das Unternehmen vergangene Woche ein Angebot vorgelegt, dass sehr nahe an die Forderung herankomme, sagte deren Tarifexperte Markus Germann. Bei Eurowings und Cityline warte man noch einige Tage auf ein Angebot. Andernfalls drohten hier weitere Streiks. Eine Urabstimmung hatte bei den Piloten bereits stattgefunden.

( dpa )