Budapest

Ausschreitungen bei Schwulen-Parade

Rechtsextremisten haben am Sonnabend eine Homosexuellen-Parade in der ungarischen Hauptstadt Budapest angegriffen. Dabei gab es mindestens fünf Verletzte.

Budapest. Sie bewarfen die rund 1500 Umzugsteilnehmer mit Steinen und Eiern. Bei Zusammenstößen mit der Polizei, die den Umzug zu schützen versuchte, warfen die Extremisten und Neonazis auch Brandsätze. Mindestens fünf Personen, darunter zwei Polizisten, wurden verletzt. Ein Polizei-Kleinbus brannte aus. Mehr als 40 gewalttätige Gegendemonstranten wurden nach Angaben einer Polizeisprecherin festgenommen.

Das Konzert einer Jazz-Sängerin, das den Umzug hätte beenden sollen, wurde wegen der Ausschreitungen kurzfristig abgesagt. Der Politiker Gabor Horn, Präsidiumsmitglied des liberalen Bundes Freier Demokraten (SZDSZ), wurde beim Verlassen des Schauplatzes nach eigenen Angaben von Neonazis bespuckt, geohrfeigt und mit Bier übergossen.

Die Gay-Pride-Parade findet in Budapest seit zwölf Jahren statt. Im Vorjahr war es erstmals zu gröberen Übergriffen durch Rechtsextremisten gekommen. Diesmal hatten sich mehrere hundert Gegendemonstranten entlang der Paradestrecke versammelt. Rechtsextreme Internet-Foren hatten zur Gewalt gegen die "widernatürlichen Perversen" aufgefordert. In der Woche vor der Parade waren Molotow-Cocktails gegen zwei Homosexuellen-Lokale geworfen worden. Ein Angestellter war leicht verletzt worden.

( dpa )