Weltkulturerbe

Bund bietet Dresden Geld an

Der Bund signalisiert Dresden Hilfe in Sachen Weltkulturerbe. Es könnte eine finanzielle Spritze für den Bau eines Tunnels unter Elbe geben.

Dresden. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat finanzielle Hilfe für einen möglichen Elbtunnel statt der umstrittenen Waldschlösschenbrücke in Dresden signalisiert. "Es gibt vom Bund aus unserem Ministerium ein Angebot an Sachsen, sich zur Erhaltung des Welterbes an der Finanzierung einer Untertunnelung zu beteiligen", sagte eine Ministeriumssprecherin am Sonnabend in Berlin. Dies sei unter anderem aus Mitteln für städtebauliche Denkmalförderung oder allgemeine Städtebauförderung möglich. Sachsen habe darauf bisher nicht reagiert.

Sachsens Regierungssprecher Peter Zimmermann wies die Darstellung als "populistisch und peinlich" zurück. "Der Bundesminister versucht die Öffentlichkeit irrezuführen", sagte er. "Es handelt sich dabei nicht um zusätzliches Geld." Die in Aussicht gestellten Fördermittel stünden Sachsen ohnehin zu und seien verplant. Das Angebot Tiefensees laufe darauf hinaus, dass dieses Geld von anderen Projekten abgezogen und zugunsten des Tunnelbaus umgewidmet werden müsse. Unabhängig davon wisse Tiefensee, dass eine andere Lösung als der Bau der Brücke aus technischen und juristischen Gründen völlig unrealistisch sei.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hatte sich in der "Frankfurter Rundschau" für einen Elbtunnel statt der Brücke stark gemacht und gesagt, die Mehrkosten für einen Tunnel habe Tiefensee bereits zugesagt. Die Unesco droht damit, den Welterbetitel für das Dresdner Elbtal im kommenden Jahr zu entziehen, wenn die Bauarbeiten für die Brücke fortgesetzt würden.