Waldbrände:

Evakuierungen in Kalifornien

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Wegen anhaltender Feuer müssen erneut tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Dabei ist im Kampf gegen die Flammen kein Ende in Sicht.

Am Freitag waren mehrere Tausend Menschen nach Zwangsevakuierungen im Raum Big Sur und Santa Barbara vorübergehend obdachlos. Trotz der Aufrufe das Gebiet zu verlassen, wurde der Räumungsbefehl der Feuerwehr jedoch von etlichen Anwohnern ignoriert. "Es sind noch verdammt viele Leute in der Evakuierungszone, die genauso denken wie ich, nämlich dass es nicht genügend Helfer gibt, die unser Eigentum beschützen", klagte Kirk Gafill dem "San Francisco Chronicle". Der Restaurantbesitzer hatte sich mit Mitarbeitern in Big Sur verschanzt, um seine Anlage notfalls selbst gegen die Flammen zu verteidigen.

Allein im Bezirk Santa Barbara wurde die Evakuierung von 5 000 Häusern angeordnet, für weitere 1 400 wurden entsprechende Maßnahmen vorbereitet. Das Feuer bei Goleta breite sich aus und komme den Menschen immer näher, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

In Big Sur sind bereits 20 Häuser abgebrannt und über tausend Gebäude waren am Freitagabend noch in Gefahr, berichtete die "Los Angeles Times". Nach einem zweiwöchigen Großeinsatz der Feuerwehr sollten am Wochenende einige Löschteams abgezogen werden, um ein weiteres Feuer nahe Santa Barbara zu bekämpfen. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger versprach am Freitag, zusätzliche zweihundert Mitglieder der Nationalgarde zu mobilisieren. Am Dienstag hatte er bereits den Einsatz von zweihundert Soldaten angekündigt.

Der Gouverneur räumte ein, dass viele Helfer erschöpft sind und es vielerorts an Kräften mangelt. "Normalerweise brennt es in Kalifornien am Ende des Sommers und im Herbst, aber nun sind wir das ganze Jahr lang mit Löscharbeiten zugange", so Schwarzenegger. Im letzten Haushaltsjahr (von Juni 2007 bis Juni 2008) hatte der Staat eine Rekordsumme von 392 Millionen Dollar zur Bekämpfung von Wald- und Buschbränden ausgegeben, berichtete der "San Francisco Chronicle".

Bis Freitagabend konnte die Feuersbrunst erst zu etwa fünf Prozent eingedämmt werden. Die Flammen haben bereits die Vegetation auf 280 Quadratkilometern vernichtet - das ist mehr als die Fläche von Frankfurt am Main. Entlang der berühmten Küstenstraße Highway 1 wurden gezielt Gegenfeuer gelegt, um den vorrückenden Flammen Einhalt zu gebieten. Die Bedingungen dafür seien perfekt, sagte Feuerwehrsprecher Hector Sanchez. Es sei windstill und kühl.

Feuerwehr und Nationalgarde kämpfen in Kalifornien gegen insgesamt 335 Wald- und Buschbrände - vor einigen Tagen waren es noch etwa 1 500. Die meisten Brände wurden durch Blitzeinschläge verursacht. Seit dem 21. Juni verbrannten rund 2 100 Quadratkilometer Land, was mehr als vier Fünftel des Saarlands entspricht.