Film:

Verschollene Szenen aus "Metropolis" entdeckt

Seit 80 Jahren gilt die Originalfassung von Fritz Langs „Metropolis“ als verschollen. Jetzt wurde der Film im Archiv des Museums Museo del Cine in Buenos Aires aufgespürt.

Hamburg. Darüber berichtet das "ZEITmagazin" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Durch die Neu-Entdeckung werden Schlüsselszenen des Stummfilms verständlich, Nebenfiguren bekommen nun eine tragende Rolle.

Rainer Rother, Leiter der Deutschen Kinemathek in Berlin und der "Retrospektive"-Reihe der Berlinale, hat die Szenen für das Magazin begutachtet und kommt zu dem Schluss: "Metropolis, Fritz Langs berühmtester Film, kann neu gesehen werden." Für ihn stellt der Fund eine "sensationelle Entdeckung" dar.

Prof. Martin Koerber, Restaurator der bislang bekannten Fassung von "Metropolis", der die Szenen ebenfalls begutachtete, bestätigt wie Rainer Rother die Authentizität des Materials. Er fügt hinzu: "Egal wie schlecht der Zustand des Materials sein mag, wird jetzt auch für den normalen Zuschauer die ursprüngliche Intention des Films mit allen Nebenfiguren und Nebenhandlungen wieder erfahrbar. Der Rhythmus des Films wird wieder hergestellt."

Enno Patalas, Filmhistoriker und ehemaliger Leiter des Münchner Filmuseums, der sich seit den 70er Jahren mit der Rekonstruktion des Films beschäftigt und gemeinsam mit Martin Koerber 2001 die bis heute gültige Fassung von "Metropolis" erstellt hat, spricht nach Ansicht der Szenen vom "authentischsten Material, das wir kennen".

Helmut Possmann, Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, der Rechteinhaberin von "Metropolis", sagt dem ZEITmagazin: "Das bisher verschollen geglaubte Material führt zu einem neuen Verständnis des Meisterwerks von Fritz Lang." Die Murnau-Stiftung sieht sich nach der Neuentdeckung "in der Verantwortung, das Material zusammen mit dem Archiv in Buenos Aires und unseren Partnern der Öffentlichkeit zugänglich zu machen."