Entführung

Entführte UN-Mitarbeiter wieder frei

Zwei am Sonnabend in Somalia entführte skandinavische Mitarbeiter des UN-Minenräumdienstes sind am selben Tag wieder freigekommen. Außerdem kam ein weiterer Mitarbeiter frei.

Mogadischu. Der Gouverneur der Region Bakol, Mohamed Abdi, teilte mit, Stammesälteste hätten vermittelt. Bei der Freilassung der Verschleppten aus Dänemark, Schweden und Somalia sei kein Lösegeld geflossen.

Die drei sollen den Angaben zufolge in das Nachbarland Kenia ausgeflogen werden. Bewaffnete hatten sie in der Ortschaft Hudur in ihre Gewalt gebracht, rund 290 Kilometer nordwestlich der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Dabei wurden fünf Soldaten verletzt, wie der stellvertretende Gouverneur Sheik Hassan Ibrahim mitteilte.

In den vergangenen Monaten sind wiederholt Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und UN-Einrichtungen Opfer von Angriffen geworden. Die meisten Organisationen haben deshalb ihre internationalen Mitarbeiter aus Somalia abgezogen. Gleichzeitig droht sich die humanitäre Notlage in dem Krisenstaat am Horn von Afrika zu verschärfen.

Somalia hat seit dem Sturz des Diktators Siad Barre im Jahr 1991 keine stabile Regierung. Islamische Rebellen führen seit eineinhalb Jahren einen Guerillakrieg gegen die Truppen der mit Äthiopien verbündeten Übergangsregierung. Einem vor wenigen Wochen unterzeichneten Friedensabkommen, das eine 90-tägige Waffenruhe vorsieht, werden wenig Chancen auf Erfolg eingeräumt.