Fähren-Unglück

Gesunkene Fähre hatte Pestizide an Bord

Im Wrack der vor der philippinischen Küste gesunkenen Fähre befinden sich rund 10 000 Kilogramm einer giftigen Chemikalie. Die Behörden ordneten an, dass die Bergung der Leichen aus dem Rumpf des Schiffes bis auf weiteres unterbrochen wird.

Manila. Bevor mit der Bergung der Leichen fortgefahren werden kann, müsse der Stahlcontainer mit dem gefährlichen Pestizid Endosulfan gesichert werden, teilte eine Vertreterin des Verkehrsministeriums am Sonnabend mit.

Taucher in Schutzanzügen machten sich auf den Weg zur Unglücksstelle. Zunächst müsse die Stabilität des Wracks überprüft werden, sagte Unterstaatssekretärin Maria Elena Bautista. Dann könnte ein Loch in den Schiffsrumpf gebohrt werden.

Eigentlich sei es verboten, gefährliche Materialien auf Fähren zu transportieren, sagte Bautista. Die Reederei habe diese Vorschrift missachtet. Von der giftigen Fracht erfuhren die Behörden erst durch einen Hinweis des Konzerns Del Monte, für den die Lieferung bestimmt war. Das Pestizid sollte auf Ananasplantagen eingesetzt werden. Die Chemikalie kann auch für Menschen tödlich sein.

Die "Princess of the Stars" war am letzten Sonnabend im Taifun "Fengshen" gekentert. An Bord waren mehr als 850 Menschen. Wahrscheinlich überlebten nur 56 von ihnen die Katastrophe. An Land fielen dem Taifun mindestens 540 weitere Menschen zum Opfer, 277 gelten nach wie vor als vermisst.

Auch im Süden Chinas hinterließ der Tropensturm eine Schneise der Verwüstung. Mindestens neun Menschen seien ums Leben gekommen und mehr als 1200 Häuser zerstört worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonnabend. Am schlimmsten betroffen war die Provinz Guangdong. Landwirtschaftliche Flächen wurden vernichtet und Stromleitungen beschädigt. Der wirtschaftliche Schaden wurde auf 1,2 Milliarden Yuan (111 Millionen Euro Euro) beziffert.