Spekulationen: Kieler Wirtschaftsminister Austermann wechselt in die Wirtschaft

Werner Marnette als Nachfolger gehandelt

Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) wird Medienberichten zufolge Anfang Juli aus dem Kieler Kabinett ausscheiden und in die Wirtschaft wechseln. Als Nachfolger wird der Ex-Vorstandschef der Norddeutschen Affinerie, Werner Marnette, gehandelt. Der dementierte jedoch gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

Schleswig-Holstein bekommt voraussichtlich schon in wenigen Tagen einen neuen Wirtschaftsminister: Die Anzeichen für ein kurzfristiges Ausscheiden von Amtsinhaber Dietrich Austermann (CDU/66) haben sich am Donnerstag stark verdichtet. Nachfolger könnte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Affinerie AG (Hamburg), Werner Marnette (62), werden.

Das "Flensburger Tageblatt" und die NDR 1 Welle Nord hatten einen Rückzug Austermanns für Juli angekündigt. sh:z-online (Schleswig- Holsteinischer Zeitungsverlag) berichtete unter Berufung auf zuverlässige Quellen in Kiel, dass Marnette die Nachfolge Austermanns antreten solle. Marnette dementierte jedoch gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Austermann werde am kommenden Dienstag seinen Rücktritt vom Amt des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr erklären. Die Rücktrittserklärung sei bereits vorbereitet, hieß es.

Austermann selbst wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren, dementierte aber nicht. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa bat er in Itzehoe "um Geduld". Regierungssprecher Christian Hauck sagte: "Wir nehmen zu Personalspekulationen keine Stellung".

Der 66 Jahre alte Jurist Austermann führt seit Bildung der großen Koalition im Frühjahr 2005 das Wirtschaftsministerium. Gerüchte über einen Rückzug kursierten bereits seit Monaten. Vor der Landtagswahl 2005 hatte Austermann dem heutigen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) den Vortritt für die Spitzenkandidatur überlassen müssen. Das Verhältnis zwischen beiden gilt als schwierig. Austermann wurden wiederholt Alleingänge angelastet. Beim Koalitionspartner SPD steht er stark in der Kritik, während die Wirtschaft ihm ein gutes Zeugnis ausstellt.

( ap )