Unwetter: Feuerwehren im Dauereinsatz

Schwerer Sturm im Norden

Sommer sieht anders aus: Während in Nordrhein-Westfalen taubeneiergroße Hagelkörner Fensterscheiben durchschlugen, wurden in der Hansestadt zwei Hafenarbeiter vom Blitz getroffen.

Frankfurt/Main. Schwere Unwetter haben am Sonntag in der Nordhälfte Deutschlands zahlreiche Brände und Überschwemmungen verursacht. In Hamburg wurden zwei Hafenarbeiter vom Blitz getroffen und erlitten massive Verbrennungen an Armen und Händen, wie die Rettungskräfte mitteilten. Im Kreis Soest in Nordrhein-Westfalen zerstörten taubeneiergroße Hagelkörner Fensterscheiben, beschädigten Autos und durchlöcherten Dächer sowie Jalousien. Im niedersächsischen Billerbeck und Haieshausen fiel nach Blitzeinschlägen vorübergehend der Strom aus.

"So einen Hagelsturm erlebt man wirklich nicht alle Tage", sagte der Soester Kreisbrandmeister Günter Kock. Auch in Osnabrück beschädigten Eiskörner mit der Größe von Tischtennisbällen Autos und Dächer. In einer Grundschule der Stadt fiel am Montag der Unterricht aus, weil Bäume auf dem Gelände umzustürzen drohten. In vielen Städten wurden Keller und Straßen von den Wassermassen überflutet.

"Das war schon ganz schön heftig", bestätigte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst. In Nordrhein-Westfalen fielen innerhalb einer Stunde bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter. In Goldberg in Mecklenburg-Vorpommern waren es 28 Liter, im schleswig-holsteinischen Erfde rund 23 Liter pro Quadratmeter. Auf der A1 zwischen Bremen und Hamburg stand das Wasser auf der Fahrbahn teils mehrere Zentimeter hoch. Die Stürme erreichten Windgeschwindigkeiten von etwa 100 Stundenkilometern.

In nordrhein-westfälischen Schwelm setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Wohnhauses in Brand. In Scharmede bei Paderborn konnte die Feuerwehr nach einem Blitzeinschlag in ein Wohnhaus nur knapp einen Brand verhindern. In Ratingen bei Düsseldorf legte ein umgestürzter Baum den S-Bahn-Verkehr mehrere Stunden lahm. Rund 60 Fahrgäste saßen auf offener Strecke fest, weil die Oberleitungen beschädigt worden waren. In Hattingen warf der Sturm eine umstürzende Ampel in die Oberleitung der Straßenbahn.

Auch in Rheinland-Pfalz setzte nach Zeugenaussagen vermutlich ein Blitzeinschlag eine Fabrik in Brand. In dem Unternehmen in Kaiserslautern entstand Sachschaden von mehreren Hunderttausend Euro. In Mecklenburg-Vorpommern schlugen in den Landkreisen Mecklenburg-Streglitz und Ludwigslust zwei Blitze in Wohngebäude ein. Im niedersächsischen Parsau brannte eine Fischerhütte offenbar nach einem Blitzeinschlag völlig aus.

Am Dienstag wird es laut Wetterdienst überwiegend heiter und trocken mit Höchsttemperaturen zwischen 18 und 23 Grad. In der Mitte und vor allem im Süden kann es örtlich schauern und gewittern. Dort bleibt es bei Höchstwerten zwischen 23 und 28 Grad schwül. Am Mittwoch überwiegen der Vorhersage zufolge Wolken und vereinzelte Schauer. Über die Mitte und den Süden Deutschlands ziehen erneut teils kräftige Gewitter hinweg. Die Höchstwerte liegen in der Nordhälfte bei 20 bis 25 Grad und in der Südhälfte bei 25 bis 30 Grad.

Am Donnerstag rechnen die Meteorologen mit einer Mischung aus Sonne und Wolken, in weiten Teilen des Landes bleibt es trocken. Am ehesten kann es in Küstennähe sowie Richtung Alpen schauern und gewittern. In der Nordhälfte steigen die Temperaturen aus 21 bis 26 Grad, im Süden auf 24 bis 28 Grad. Zum Wochenende hin bleibt es voraussichtlich wechselhaft. Die Höchsttemperaturen schwanken zwischen 22 und 28 Grad, bevor es am Sonntag etwas abkühlt.