Ölkrise: Preise erneut angestiegen

Krisentreffen in Dschiddah bleibt wirkungslos

Trotz der Zusage Saudi-Arabiens, die Fördermenge zu erhöhen, ist der Ölpreis weiter gestiegen. Ein Barrel Leichtöl der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) kostete im frühen Handel der New Yorker Börse in Singapur zeitweise 136,65 Dollar. Das sind 1,29 Dollar mehr als beim Schlusskurs am vergangenen Freitag.

Der weltweit größte Erdölexporteur Saudi-Arabien hatte auf einem Krisengipfel in Dschidda am Wochenende eine Erhöhung seiner Fördermenge zugesagt. Analysten zufolge brachte das Treffen zwar Klarheit über die noch offenen Kapazitäten der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC), andere Faktoren wirkten sich aber stärker auf den Preis aus. So trieben die Sorge um die nach Angriffen von Rebellen eingebrochene Ölproduktion in Nigeria und die Spannungen zwischen Israel und dem Iran den Preis weiter nach oben. Auch das für die Versorgung in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent legte zu: Der Preis stieg um 1,57 Dollar auf zwischenzeitlich 136,43 Dollar je Barrel. Angesichts der weltweiten Sorge über den hohen Ölpreis hatte Saudi-Arabien erklärt, die für Juli bereits zugesagte höhere Fördermenge von 9,7 Millionen Barrel pro Tag könnte noch ausgeweitet werden, wenn es dafür eine entsprechende Nachfrage gebe. In Dschidda waren gestern Vertreter von Förder- und Verbraucherstaaten zusammengekommen, um über den ungebremsten Ölpreis-Anstieg zu beraten.