Mexiko

DJ löste Massenpanik in Disko aus

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Sie wollten das Ende des Schuljahres in einer Disko feiern, doch es endete in einer Massenpanik, die mehrere Leben kostete.

Mexiko-Stadt. Bei einer Massenpanik anlässlich einer Razzia in einer Diskothek in Mexiko-Stadt sind mindestens zwölf Menschen zu Tode getrampelt worden. Mehrere Polizisten hätten am Freitag (Ortszeit) den Nachtclub News Divine im Norden der Stadt betreten, um gegen illegalen Alkoholausschank an Minderjährige vorzugehen, teilten die Sicherheitsbehörden mit. Der DJ habe über Mikrofon vor der Polizeiaktion gewarnt und damit eine Massenpanik ausgelöst. In dem völlig überfüllten Club hatten rund 1000 junge Leute das Ende des Schuljahres gefeiert.

Als die Jugendlichen hinausrannten, wurden den Angaben zufolge mindestens sieben junge Menschen sowie drei Polizisten totgetrampelt. Zwei Jugendliche im Alter von 18 und 15 Jahren erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen, teilte die Justiz später mit. Insgesamt wurden den Angaben zufolge etwa 20 Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Videoaufnahmen von dem Unglück, die im mexikanischen Fernsehen zu sehen waren, zeigten die dunklen Räume der Diskothek und Schwaden von Kunstnebel. Neben den Schreien von Jugendlichen war deutlich die Stimme des DJs zu hören, der die Gäste mit ruhiger Stimme zum Verlassen des Clubs aufrief. Vor dem Eingang warteten zu diesem Zeitpunkt allerdings andere Jugendliche auf ihren Einlass. Der Notausgang war nach Behördenangaben durch Bierkästen blockiert.

Der Geschäftsführer der Disko und zwei seiner Angestellten wurden festgenommen. Weitere 39 Menschen wurden wegen Störung der öffentlichen Ordnung in Gewahrsam genommen. Ein Gruppe Jugendlicher bewarf die rund hundert Polizisten, die vor dem Gebäude Stellung bezogen hatten, mit Steinen. Es habe aber keine Schusswechsel gegeben, teilte die Sicherheitsbehörden mit. Auch Tränengas sei nicht eingesetzt worden. Den Angaben zufolge hatten Anwohner die Polizei informiert, dass in der Diskothek Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt werde.

( afp )