Kieler Woche: Merkel gibt Startsignal

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Sonnabendabend die Kieler Woche eröffnet. Mit einem Schiffshorn gab Merkel vor 12 000 Zuschauern auf dem Rathausplatz das Startsignal für das Volksfest, zu dem bis zum Sonntag kommender Woche drei Millionen Besucher erwartet werden.

An der Seite des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen und der Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz (alle CDU) wünschte die Kanzlerin bei sonnigem Wetter den Kielern und ihren Gästen ein stimmungsvolles Fest. Zu den traditionellen Segelregatten haben sich 4500 Sportler aus mehr als 50 Ländern angemeldet. Während der Kieler Woche feiert die Marine auch den 50. Geburtstag ihres Schulschiffes "Gorch Fock".

Lautstark ließ Merkel, die schon vor zwei Jahren als erste deutsche Regierungschefin die Kieler Woche eröffnet hatte, das maritime "Leinen los!"-Signal "lang-kurz-kurz-lang" ertönen. Ministerpräsident Carstensen machte zuvor um 19.30 Uhr an der Schiffsglocke mit dem traditionellen Glasen die seemännische Zeitansage für "halb acht".

Merkel wurde in Kiel freundlich begrüßt. "Das Wetter stimmt, der Wind bläst auch - ich glaube, es werden gute Tage für die Segler", sagte die Kanzlerin bei ihrer Ankunft. "Das ist hier ein wunderbarer Anblick", schwärmte sie in ihrer Eröffnungsrede und versprach den Zuhörern: "Ich werd' gern wiederkommen." Die Kieler Woche sei nicht nur ein Schaufenster Schleswig-Holsteins, sondern ein Symbol für eine weltoffene Bundesrepublik insgesamt. Den deutschen Spitzenseglern wünschte Merkel ein gutes Abschneiden bei den Olympischen Spielen in Peking. Von Kiel aus schickte sie via Bundeswehr-Radio auch einen Gruß an die deutschen Marine-Soldaten vor Libanon und am Horn von Afrika.

Eine halbe Stunde nach Merkels Rede war die neuntägige Festwoche in vollem Gange. Die Weather Girls sorgten rund um die Eröffnungsveranstaltung auf dem Rathausplatz für Stimmung. Im Rathaus trug sich die Kanzlerin in das Goldene Buch der Stadt ein. Bei dem Empfang mit dabei war auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff samt Frau und Baby.

Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt stand schon Stunden vor der offiziellen Eröffnung ganz im Zeichen der Kieler Woche. Zehntausende flanierten bei freundlich-frühsommerlichem Wetter durch die Stadt, verfolgten Segelregatten auf der Innenförde und vor Schilksee oder besuchten den Internationalen Markt mit kulinarischen und handwerklichen Spezialitäten aus rund 30 Staaten. Traditionssegler mit vielen Gästen an Bord und zahlreiche Hobbysegler boten ein prächtiges Bild auf der Förde. Viele Kinder tollten auf der traditionellen Spiellinie, wo sie in diesem Jahr eine asiatische Fantasiewelt entstehen lassen werden.

Insgesamt stehen 1500 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter etwa 300 fast durchweg kostenlose Konzerte. Schaulustige nutzten am Nachmittag auch die Gelegenheit, Marineschiffe zu besichtigen. 27 Schiffe und Boote mit 2500 Besatzungsmitgliedern an Bord sind diesmal zur Kieler Woche gekommen.