Messerstecherei in Wedel

Angeklagter legt Geständnis im Totschlagsprozess ab

Ein 20 Jahre alter Hamburger, der in Wedel (Kreis Pinneberg) drei Menschen niedergestochen hatte, hat am Donnerstag vor dem Landgericht Itzehoe ein Geständnis abgelegt.

Dem Heranwachsenden werden versuchter Totschlag und Körperverletzung vorgeworfen. In seiner von zahlreichen Erinnerungslücken geprägten Aussage wollte er sich jedoch nur noch an zwei der Taten entsinnen. Er sei damals sehr betrunken gewesen, begründete er sein Vergessen. Neben ihm auf der Anklagebank saßen zwei gleichaltrige Freunde. Die mutmaßlichen Komplizen wollten sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

Laut Staatsanwaltschaft kam es in der Nacht zum 18. November vergangenen Jahres zwischen den drei Angeklagten und ihren drei Opfern zu einem Streit, in dessen Verlauf der Haupttäter plötzlich ein Messer zog und seine Gegner nacheinander niederstach. Eins seiner Opfer überlebte nur durch glückliche Zufälle und schnelles ärztliches Eingreifen, sagte der Vertreter der Anklagbehörde. Bei insgesamt 17 Stichen in Oberkörper, Arme und Beine traf die acht Zentimeter lange Klinge einmal auch die linke Herzkammer des jungen Mann es. Er musste dreimal reanimiert werden. Ein weiteres Opfer erlitt vier tiefe Stichverletzungen - auch hier wurde die Brusthöhle verletzt. Nur der dritte Mann kam mit einigen Fleischwunden relativ glimpflich davon.

Vor Gericht schilderte der Hauptangeklagte, dass sich aus ersten Beschimpfungen eine Schlägerei entwickelte. Dabei sei ihm ein Zahn aus- und die Nase eingeschlagen worden. "Als ich mein Blut sah, muss ich irgendwie ausgerastet sein", sagte er. Er habe sein Messer gezogen und zugestochen.

Der Polizei hatte er nach seiner Festnahme eine andere Begründung für die Messerattacken gegeben. Danach hatte er die Waffe eingesetzt, weil sein Gegner stärker war. "Ich merkte, dass ich gegen ihn nichts ausrichten kann", soll er den Beamten gesagt haben. Der Prozess wird am 18. Juni fortgesetzt.