Kinderschänder gefasst

Zwolfjähriges Opfer im Internet kennengelernt

Die Polizei hat in Goslar einen Kinderschänder auf frischer Tat gefasst. Der 31-Jährige habe über das Internet ein zwölfjähriges Mädchen aus dem Raum Salzwedel kennengelernt und in seiner Wohnung sexuell missbraucht.

Die Mutter der aus dem Großraum Salzwedel in Sachsen-Anhalt stammenden Schülerin hatte ihre Tochter als vermisst gemeldet. Im Computer des Mädchens stieß die Polizei auf den Namen und die Anschrift des 31-Jährigen. In dessen Wohnung fanden die Beamten wenig später das Kind. Zudem stellten sie auf dem Computer des Mannes mehrere Tausend Kinderpornobilder sicher, die der 31-Jährige offenbar aus dem Internet heruntergeladen hatte.

Die Zwölfjährige habe den Goslarer schon vor einiger Zeit in einem "Community" zum Chatten, Flirten & Verlieben im Internet kennengelernt, sagte Polizeisprecherin Stephanie Gobernak. Die schriftlichen Kontakte habe der wegen eines Sexualdelikts bereits vorbestrafte Mann genutzt, um Vertrauen aufzubauen. Die Kontakte zwischen dem Opfer und dem Täter seien im Lauf der Zeit immer intensiver geworden, zunächst nur im Chat, später auch über das Handy. Schließlich habe der 31-Jährige die Schülerin vor einigen Tagen mit dem Auto aus ihrem Heimatort abgeholt und sie mit in das rund 150 Kilometer entfernte Goslar genommen.

Die Mutter habe kurz nach Verschwinden des Mädchens die Polizei alarmiert, sagte Gobernak. Die Ermittler stießen im Computer der Schülerin schnell auf die Spur des 31-Jährigen. Doch als die Beamten in Goslar in der Wohnung des Mannes auftauchten, hatten er und sein Opfer bereits Zärtlichkeiten ausgetauscht.

Gegen den 31-Jährigen wurde ein Verfahren wegen schweren sexuellem Missbrauchs von Kindern und dem Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften eingeleitet. Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig dem Haftrichter vorgeführt. Er kam in Untersuchungshaft.

Die Polizei nahm das Verbrechen zum Anlass, Eltern vor der Gefahr zu warnen, die Kindern durch das Internet drohen kann. "Pädophile und andere Perverse" nutzten das Netz, um Kontakte zu möglichen Opfern zu knüpfen, sagte Gobernak. Eltern sollten ihre Kinder nicht unvorbereitet im Chat kommunizieren lassen. Besonders wichtig sei es auch, sie darauf hinzuweisen, dass sie im Netz keine persönlichen Daten preisgeben.